EBERSWALDE. Die örtlichen, zum Teil heftigen Niederschläge am Wochenende haben nicht geholfen - die Waldbrandgefahr in Brandenburg bleibt enorm hoch. Gestern Mittag brannte bei Eberswalde-Finow im Landkreis Barnim ein rund 15 Hektar großer Kiefernforst. Bis zum Nachmittag brachten 120 Feuerwehrleute, die mit 26 Löschfahrzeugen anrückten, das Feuer unter Kontrolle. Durch starken Wind hatten sich die Flammen in dem sehr trockenen Wald zunächst schnell ausgebreitet. Die Polizei, die mehrere Brandherde fand, geht von Brandstiftung aus. Obwohl das Feuer nur 350 Meter vom Plattenbaugebiet Brandenburgischen Viertel loderte, seien Menschen nicht in Gefahr gewesen, sagte Silke Zeugner vom Polizeipräsidium Frankfurt (Oder). Allerdings hätten über 150 Schaulustige aus dem Wald geschickt werden müssen, die die Löscharbeiten behinderten. Von ihnen wurden zum Teil die Personalien aufgenommen.Für den Barnim war erst am Dienstag die Waldbrandstufe 3 ausgerufen worden. In sieben der 14 Landkreise Brandenburgs gilt bereits die höchste Warnstufe 4. Das Umweltministerium mahnte Ausflügler unabhängig von den Waldbrandstufen zu großer Vorsicht. Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade sagte, mehr als 90 Prozent aller Waldbrände würden von Menschen verursacht - Brandstiftungen inbegriffen.Wegen der langen Trockenheit gab es in diesem Frühjahr bereits ungewöhnlich viele Waldbrände. Bis Ende April - neuere Zahlen liegen noch nicht vor - registrierte das Umweltministerium 150 Brände, von denen knapp 200 Hektar Wald betroffen waren. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2002 wurden 222 Brände auf 39 Hektar gemeldet. 2001 waren es 174 Brände auf 35 Hektar. Meist sind die für Brandenburg typischen Kiefernwälder betroffen, in denen sich das Feuer besonders schnell ausbreiten kann.Der bisher schwerste Brand in diesem Jahr brach Mitte April bei Lübben aus. Er erfasste 90 Hektar Wald. In der Uckermark gerieten kürzlich 20 Hektar Wald in Brand.Rauchen verboten // Waldbrandgefahr: Die Brandgefahr in den Wäldern wird in vier Warnstufen erfasst, die vor allem für die Feuerwehr und Waldbesitzer Bedeutung haben.Waldbrandstufen: Bei den höheren Warnstufen bleiben die insgesamt 133 Feuerwehrtürme länger besetzt, bei den Stufen 3 und 4 können Wälder auch gesperrt werden. Flugüberwachungen, um Brandherde schneller zu erkennen, sind bei Stufe 4 möglich.Waldbesucher: Unabhängig von den Waldbrandstufen ist das Anzünden von Feuern sowie das Grillen und Rauchen im Wald ganzjährig untersagt. Bußgelder bis zu 50 000 Euro sind möglich.
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