Im Frühjahr hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) noch in Aussicht gestellt, dass die Strompreise erst 2010 sinken würden -"bei gleichbleibender Marktlage", hieß es damals. Diese hat sich offenbar verändert. In den vergangenen Tagen bereiteten über 40 Stromlieferanten die Haushalte auf Preiserhöhungen im neuen Jahr vor. Zu ihnen gehört auch Vattenfall. Das Unternehmen gab bekannt, dass es die Grundversorgung für Berliner Privatkunden um 5,9 Prozent anheben wolle.Der BDEW verteidigt die Entscheidung seines Mitglieds mit mehreren Argumenten: Der Stromverbrauch sei durch die Wirtschaftskrise 2009 um sieben Prozent zurückgegangen. Außerdem habe die Netzagentur die Netzentgelte erhöht. Als Hauptschuldigen aber nennen Vattenfall und BDEW den Ausbau der erneuerbaren Energien. "Die Preise für Solarmodule sind um 30 bis 40 Prozent gesunken", sagt BDEW-Sprecher Frank Brachvogel. "Das hat einen Boom ausgelöst, der 2010 anhalten wird." Die Vergütung für den Strom, den Solaranlagen-Besitzer ins Netz eingeben, werde auf die Strompreise umgelegt.Außerdem sanken Großhandelspreise erst Ende 2008. Lieferanten, die vorher eingekauft hatten, müssen noch heute hohe Preise an die Kunden weitergeben. Dass Vattenfall kostspielige Ausfälle zweier Atommeiler ausgleichen wolle, wird dagegen von politischer Seite vermutet. Es soll aber auch Lieferanten geben, die 2010 ihre Preise senken wollen. Tarifrechner wie Verivox.de ermöglichen den Vergleich für den Anbieterwechsel.(rfd.)------------------------------Tabelle: Berliner Stromtarife
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