"Höllbergschänke" in Langengrassau

Heiner Hein
2 Min

Täglich ab 11 Uhr sind Petra und Klaus Kolkwitz Gastgeber in ihrer urwüchsigen "Höllbergschänke" in Langengrassau (Tel.: 035454/611). Vorbild für das Gebäude, in dem ihre Gastätte untergebracht ist, war ein Bauernhof mit Lehmfachwerk aus dem 18. Jahrhundert. Etwa 50 Besucher finden in dem mit viel Holz ausgestatteten Restaurant hinter kleinen Fenstern und unter wuchtigen Deckenbalken bequem Platz. Ganz ländlich das Flair vor dem Haus mit bunt gefiederten schnatternden Pommernenten und gackernden Hühnern. Wenn die Wirtsleute den Reisigofen für Brot und Kuchen befeuern, werden Landspezialitäten auch außer Haus verkauft.Ihre hofeigenen Delikatessen haben die nette Gaststätte weit über die Grenzen der Niederlausitz hinaus bekannt gemacht. Von Skudden, den ursprünglich in Ostpreußen beheimateten Heideschafen, werden Gaumenfreuden eigener Prägung gebrutzelt. Dazu gehören unter anderem Zwei Skuddenkringel mit Kartoffeln und Krautsalat, zubereitet in heller oder dunkler Biersoße für 14,50 Mark. Komplett ist der Schmaus erst mit gedünsteten Zwiebeln und zwei gekochten Würstchen vom Heideschaf. Eine Feinschmeckerempfehlung ist ein Gemenge von Skudden und Weideschweinen. Gebraten wird das Gericht mit Butter, abgeschmeckt mit Zitrone und Kräutern aus eigenem Garten. Der Hirschbraten in Wacholdersoße auf Preiselbeeren, Steinpilzen und selbst gemachten Knödeln nach Art der Flämingbewohner steht mit 17,60 Mark auf der Karte. Nur 16 Mark wird für das gemischte Wildgulasch mit Fleisch vom Reh, Hirsch und Wildschwein kassiert. Dazu werden Mischpilze, Apfelrotkohl und Preiselbeeren gereicht.Der Suppenkessel der "Höllbergschänke" steht auch an Wochenenden unter wellendem Holzfeuer. Diesmal wird ein Linseneintopf mit Knacker für 6,80 Mark angeboten. Als Nachtisch oder zur Kaffeezeit lässt man sich mit Hefekuchen aus den Hausbackofen und Plinsen vom Eisentiegel verwöhnen. Die Familie Kolkwitz lädt den ersten Überbringer dieses Artikels zu einer Mahlzeit seiner Wahl für zwei Personen ein.Ist man nun schon einmal in der wunderschönen Landschaft unweit von Luckau, wo am 22. April die 1. Landesgartenschau der Mark Brandenburg Premiere hat, sollte auch das Genießen der Natur nicht ausgelassen werden. Einsame Wanderwege durchkreuzen die mit Laubbäumen bestandenen Höllenberge. In der Fachwerkscheune auf dem Hof der "Höllbergschänke" dürfte die Dauerausstellung "Naturschutz durch historische Landnutzung" bei Städtern großes Interesse finden. (heh.)BLZ/KATRIN BORN Verbindung: im Zweistundentakt, etwa ab Ostbahnhof um 9. 24 Uhr, an Luckau-Uckro um 10. 36 Uhr. Heimreise um 17. 20 Uhr. Die Züge befördern Fahrräder. Fußweg zum Höllberghof etwa vier Kilometer.

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