Anlässlich der Regionalpolitischen Jahrestagung des Bundeswirtschaftsministeriums am 2. März in Halle hat die Gewerkschaft IGBCE Nordost auf die angespannte Lage der Chemieindustrie in Mitteldeutschland hingewiesen. Landesbezirksleiterin Stephanie Albrecht-Suliak forderte Bund, Länder und Unternehmen zu raschem Handeln auf.
Insbesondere eine Reform der CO₂-Bepreisung sei für viele Betriebe der Region überlebenswichtig. Der US-Konzern Dow hatte im Juli 2025 angekündigt, Anlagen in Böhlen und Schkopau bis Ende 2027 stillzulegen – rund 550 Arbeitsplätze sind betroffen. Parallel läuft bei Domo Chemicals in Leuna seit Dezember 2025 ein Insolvenzverfahren, das Land Sachsen-Anhalt finanziert einen Notbetrieb.
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Albrecht-Suliak kritisierte, die Bundesregierung solle stärker das Gespräch mit Beschäftigten suchen. An der Tagung nahmen neben Ministerin Katherina Reiche auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze sowie Vertreter aus Industrie und Wissenschaft teil. Der VCI Ost fordert einen Übergangsstrompreis für energieintensive Betriebe. Das IWH warnt vor einer strukturellen Schwächung der ostdeutschen Industrie durch hohe Energiekosten und unvollendete Infrastrukturprojekte.
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