Der Gründer und Direktor der Bar jeder Vernunft und des Tipi am Kanzleramt, Holger Klotzbach, ist am Freitag, eine Woche vor seinem 80. Geburtstag, in Berlin gestorben. Das teilte die Bar jeder Vernunft am Freitagabend in einer Pressemitteilung mit.
Klotzbach, 1946 in Duisburg geboren, prägte die Berliner Kulturlandschaft über Jahrzehnte hinweg. Nach einer Ausbildung zum Lehramt wurde er vom Radikalenerlass als „verfassungsfeindlich“ eingestuft und erhielt Berufsverbot. Diese Erfahrung bezeichnete er später als sein „großes Glück“, da sie ihn auf einen anderen Weg führte.
Zunächst wandte sich Klotzbach dem Zirkusleben zu und war an der Gründung mehrerer legendärer Berliner Institutionen beteiligt, darunter der Zirkus Roncalli, das Schwarze Café und das Tempodrom. In den 1980er Jahren stand er als Mitglied des Kabaretts „Die 3 Tornados“ selbst auf der Bühne.
Zwei Theater ohne staatliche Förderung aufgebaut
Im Jahr 1992 gründete Klotzbach gemeinsam mit seinem damaligen Partner Lutz Deisinger die Bar jeder Vernunft, ein Spiegelzelt in Berlin-Wilmersdorf. Zehn Jahre später folgte das Tipi am Kanzleramt. Beide Spielstätten bieten seit über 30 Jahren Entertainment ohne staatliche Subventionen.
Die Bar jeder Vernunft würdigte Klotzbach als „kreativen und mutigen Menschen“, der sich durch Großzügigkeit, Weltoffenheit und Toleranz ausgezeichnet habe. Sein Ehemann und Partner Eric Schmidt-Mohan sowie das Team kündigten an, sein Werk in seinem Sinne fortzuführen.
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