Der Oman hat ein für Montag geplantes Treffen mit dem Iran und weiteren Ländern der Region zur Lage an der Straße von Hormus verschoben. Der omanische Außenminister Badr al-Busaidi erklärte laut AP am Sonntag, die Gespräche seien „im Interesse eines Konsenses“ vertagt worden.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, sagte laut AFP, das Treffen sei auf Wunsch Saudi-Arabiens verschoben worden, das den Konflikt im Jemen als Grund angeführt habe. Er dementierte jegliche iranische Verwicklung. „Der Iran mischt sich nicht in jemenitische Angelegenheiten ein“, sagte er demnach.
Die Financial Times berichtete unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen, Saudi-Arabien habe Einwände gegen Formulierungen in einem von Oman und Iran vorbereiteten Entwurf für eine gemeinsame Erklärung erhoben. Die Golfstaaten befürchten dem Bericht zufolge, dass Iran künftig mehr Kontrolle über die Straße von Hormus ausüben und Gebühren von Schiffen verlangen könnte.
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Pipeline außer Betrieb
Unterdessen erklärten die Huthi, neue Angriffe auf Saudi-Arabien ausgeführt zu haben. Die mit Iran verbündete Miliz erklärte, sie habe Drohnen und Raketen auf einen Militärstützpunkt in der Region Nadschran abgefeuert. Die Huthis legten dafür zunächst keine Belege vor, wie AP berichtet.
Die wichtige saudische Ost-West-Ölpipeline ist bereits seit Freitag nach einem Drohnenangriff außer Betrieb. Über die Pipeline werden normalerweise rund vier Millionen Barrel Öl pro Tag zum Hafen Yanbu am Roten Meer transportiert. Ein längerer Ausfall könnte damit bis zu vier Prozent der weltweiten Ölversorgung gefährden, wie Reuters berichtete.
Nach Angaben von drei mit den saudischen Exporten vertrauten Branchenvertretern reichen die Vorräte in Yanbu noch für fünf bis sieben Tage. Wie lange die Reparatur der Pipeline dauert, ist unklar. Eine von Reuters zitierte Quelle rechnete mit fünf bis sechs Wochen, während eine andere eine schnellere Reparatur und eine teilweise Wiederaufnahme des Betriebs während der Arbeiten für möglich hielt.
Bab-al-Mandab-Route unter Druck: Ölpreise steigen
Die Huthi-Miliz hatte nach Angaben von Reuters am Freitag zudem die strategisch wichtige Insel Perim an der Einfahrt zum Roten Meer erreicht. Damit könnte sich der Druck auf die Schifffahrt an der Meerenge Bab al-Mandab weiter erhöhen. Die Route ist für Saudi-Arabien wichtig, weil das Land bisher einen Teil seiner Ölexporte über die Ost-West-Pipeline an der Straße von Hormus vorbei zum Roten Meer umleiten konnte.
Unterdessen wurde am Sonntag nach iranischen Angaben ein Handelsschiff vor der Küste Irans nahe der Straße von Hormus getroffen. Dabei seien ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden, berichteten staatliche iranische Medien. Die britische maritime Sicherheitsbehörde UKMTO meldete ebenfalls, dass ein Schiff während der Durchfahrt durch die Straße von Hormus von einem Projektil getroffen worden sei. Ob es sich um dasselbe Schiff handelte, war zunächst unklar, wie AP berichtete.
Die Sorgen um die weltweite Ölversorgung treiben die Ölpreise weiter nach oben. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg am Montag laut Reuters zeitweise um rund drei Prozent auf 107,54 Dollar. US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich ebenfalls um rund drei Prozent auf 102,93 Dollar.
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