Horst Seehofer ist netter zu den Fröschen

Daniel Haufler
2 Min

Wer einen Teich trocken legen will, darf nicht die Frösche fragen." Mit diesen markigen Worten reagierte Erwin Huber vor ein paar Jahren auf Kritik an der großen Verwaltungsreform seines Vorgängers Edmund Stoiber. Das nahmen ihm einige Frösche ziemlich übel und sorgten nun dafür, dass Huber letztlich auf dem Trockenen sitzt. Zwei Tage nach dem Wahldebakel der CSU in Bayern musste er als Parteivorsitzender zurücktreten und den Weg frei machen für Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer, den er vor gut einem Jahr bei der Wahl für den Chefposten noch geschlagen hatte.Seehofer scheint alle Qualitäten zu besitzen, die ein CSU-Vorsitzender jetzt braucht: Er kann die Menschen im Bierzelt begeistern und in Talkshows parlieren. Er weiß, wie man in der Bundeshauptstadt Politik macht und mit einem Koalitionspartner Kompromisse schließt. Er ist sozial links, vor allem in seiner Gegnerschaft zu den gesundheitspolitischen Vorstellungen der CDU - und kulturell rechts, was er mit seinem Widerstand gegen den Zuwanderungskompromiss aufs Unschönste bewiesen hat. Und sonst?Sonst hat sich Seehofer nicht einmal als Landwirtschaftsminister besonders profiliert - man denke nur an seine wechselnden Positionen im Streit über den Milchpreis. So wenig wie Kanzlerin Angela Merkel steht er für eine klare politische Linie. Daher ist von ihm auch kein Richtungswechsel zu erwarten. Nur wird er seine Politik den Fröschen bestimmt ein bisschen netter erklären.

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