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Todesfall

Hubert Aiwanger: Bayerischer Wirtschaftsminister tot in einem Berliner Hotel aufgefunden

Der 55-Jährige fehlte am Mittwoch bei der Eröffnung des Hauptstadtbüros der Freien Wähler. Am Abend wurde er tot in einem Hotel auf der Friedrichstraße in Berlin-Mitte aufgefunden.

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Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bei einer Rede auf einer Veranstaltung.

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bei einer Rede auf einer Veranstaltung.

© Tobias C. Köhler

Der bayerische Wirtschaftsminister und Vorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, ist  tot in einem  Hotel auf der Friedrichstraße in Berlin-Mitte gefunden worden, wie dieser Zeitung aus Ermittlerkreisen bestätigt wurde.

Am Mittwoch wurde das Hauptstadtbüro der Freien Wähler in Berlin eröffnet. Aiwanger (55) fehlte dabei laut Informationen der  Bild-Zeitung, weil es ihm nicht gut ging und soll in seinem Hotel in Mitte geblieben sein. Informationen zur Todesursache gibt es bislang nicht.

„Was für eine Tragödie“

Der 55-jährige Aiwanger stammt aus dem niederbayerischen Ergoldsbach und ist ausgebildeter Agraringenieur. Seit 2006 führte er die Freien Wähler in Bayern, seit 2010 auch auf Bundesebene. Dem Bayerischen Landtag gehörte er seit 2008 an, bis 2018 leitete er dort die Fraktion seiner Partei. Seit November 2018 war er Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Bayerns. Das geht aus den offiziellen Lebensläufen des Bayerischen Landtags und des Wirtschaftsministeriums hervor.

Der frühere bayerische FDP-Landesvorsitzende Martin Hagen reagierte auf X mit Bestürzung: „Was für eine Tragödie. Hubert Aiwanger wird der bayerischen Politik fehlen. Seine Angehörigen haben mein tiefes Mitgefühl.“ Aiwanger selbst hatte sich zuletzt am Dienstagabend auf X zu Ausschreitungen an Halloween in Hamburg geäußert und ein härteres Vorgehen von Polizei und Justiz gefordert.

Polizeifahrzeug vor dem Hotel Neuer Fritz in Berlin-Mitte: Hubert Aiwanger wurde dort tot aufgefunden.

Polizeifahrzeug vor dem Hotel Neuer Fritz in Berlin-Mitte: Hubert Aiwanger wurde dort tot aufgefunden.

© Axel Billig/Pressefoto Wagner

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Auch der Grünen-Europaabgeordnete Erik Marquardt reagierte auf X bestürzt. Er sprach von einer „schockierenden Meldung“ und wünschte den Hinterbliebenen Kraft. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Sepp Müller bekundete ebenfalls sein Beileid.

Der sächsische Landtagsabgeordnete Matthias Berger, der 2024 als Parteiloser für die Freien Wähler ins Parlament einzog, erinnerte gegenüber dieser Zeitung an politische Differenzen mit Aiwanger. Der bayerische Landesverband habe von ihm verlangt, sich von der AfD zu distanzieren. Das habe er abgelehnt. Daraufhin habe Aiwanger ihm schriftlich mitgeteilt, dass er nicht mehr unter dem Namen der Freien Wähler auftreten dürfe.

„Ungeachtet unserer politischen Differenzen bedauere ich seinen Tod“, sagte Berger. Seine aufrichtige Anteilnahme gelte Aiwangers Familie und Angehörigen.

Matthias Binner, seit Sommer 2026 Landesvorsitzender der Freien Wähler in Sachsen, erfuhr während eines Fußballspiels in Leipzig vom Tod Aiwangers. „Mich hat die Nachricht durch den internen Buschfunk erreicht. Ich dachte zuerst, das sei Fake“, sagte er entgeistert am Telefon. „Das ist für uns ein mörderlicher Verlust. Wir verlieren mit ihm eine prägende Figur. Menschlich ist es eine Tragödie.“ Aiwanger sei jemand gewesen, der von der Partei getragen wurde. „Ich habe ihn ein paar Mal getroffen. Er war immer freundlich, hatte stets ein offenes Ohr für die Interessen der Ost-Landesverbände“, so Binner weiter.

Auch der frühere FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki würdigte Aiwanger auf X als streitbaren und volksnahen Politiker. Mit seiner unkonventionellen Art habe er die Politik in Bayern geprägt. „Seine Stimme und Persönlichkeit werden in der deutschen Politik fehlen“, schrieb Kubicki. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) reagierte ebenfalls auf X: „Zu früh. In Gedanken bei der Familie.“

CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann würdigte Aiwanger gegenüber der dpa als „Vollblutpolitiker, der Bayern geprägt hat“. Aiwanger sei streitbar gewesen, sagte Hoffmann. Sein Mitgefühl gelte der Familie und den Freunden des Verstorbenen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) reagierte auf X bestürzt auf Aiwangers Tod. Er sprach von einer „absoluten Tragödie“ und erklärte: „Wir sind alle zutiefst geschockt.“ Seine Gedanken seien bei Aiwangers Familie und Kindern.

Nach Angaben der dpa hinterlässt Aiwanger zwei Kinder. Er lebte mit der Freie-Wähler-Politikerin und Landrätin Tanja Schweiger zusammen.

Aiwanger hatte die Freien Wähler 2008 erstmals in den Bayerischen Landtag geführt. Zehn Jahre später bildete seine Partei mit der CSU eine Regierungskoalition. Bei den bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr 2026 gewannen die Freien Wähler zahlreiche Landratsposten auf Kosten der CSU. Der angestrebte Einzug in den Bundestag gelang der Partei unter Aiwangers Führung dagegen nicht.

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