Da musste man also wirklich bis zur Nacht zum Sonnabend des letzten Berlinale-Wochenendes warten, bis man die beste Party der diesjährigen Filmfestspiele erleben durfte. Sogar ein alter Branchenfuchs wie Jim Gianopulos, der mächtige Boss von 20th Century Fox International, ließ sich nach der Premiere von "Nochnoj Dozor" von der Partylocation, dem Club Night Watch in der Wilhelmstraße (der alte "Tresor" - bloß eben durch den Hintereingang), aus der Fassung bringen. Draußen brennende Ölfässer und russische Türsteher, gleich auf dem finsteren Hof der erste Wodka. Ein grün angestrahlter Falkner mit einer Eule auf dem Arm, sprechende Köpfe aus denen Filmblut quoll, auf dem Boden Hühnerfedern. Und im Keller ein russischer Metzger, der mit einem großen Beil Schweinehälften bearbeitete. Gianopulos rang mit der Fassung und brachte zunächst nur Ausrufe der Güteklasse "Wie cool ist das hier!" und "Phantastisch!" zustande. Der scheue Comedian Bastian Pastewka, der sein Privatleben immer versteckt hatte, ließ sich im Ambiente der Russenparty zum ersten Mal mit seiner Freundin Heidrun Buchmaier fotografieren. Die ist in seiner Branche keine Unbekannte, arbeitet sie doch als Managerin von Comedian Martin Schneider ("Maddin"). -----Wer bei der Fox-Party den Sänger Ben ("Ich steh auf") vermisste, der konnte ihn nur wenige hundert Meter entfernt im "Felix" in der Behrenstraße bei der Fete zum Film "Hitch - der Date-Doktor" mit Will Smith finden. Wobei Ben ein wenig desorientiert und auf der Suche nach Freunden, mit denen er verabredet war, durch die Gegend tappte. Die Erklärung: Ben war auf der falschen Party! Er hatte für die Russenfete zugesagt, brachte dann aber etwas durcheinander. Und mit so einem bekannten Gesicht wie seinem wird man eben auch am Eingang einer Fete, für die man gar nicht angemeldet ist, nicht abgewiesen. Der Grund für seine Verwirrung: Ben ist gerade im Studio und bastelt an seiner neuen CD - er hat dieser Tage nur noch Musik im Kopf. Als Will Smith sich von Leibwächtern den Weg über die Tanzfläche zum VIP-Bereich bahnen ließ, hatte der Sänger seinen Irrtum dann aber doch noch bemerkt und war mit einer Verspätung von mehreren Stunden bei der richtigen Party gelandet.------Manchmal fragt man sich bei Hollywoodgrößen, ob sie nicht vielleicht doch etwas weniger distanziert auftreten könnten. Beim Empfang zu Ehren von Liam Neeson am Sonnabend im China Club war das ein wenig anders. Auf den ersten Blick wirkte es ja tatsächlich etwas seltsam, dass Neeson im kleinen Zimmer mit der Bar stand während die meisten Gäste nebenan im großen Restaurantraum auf ihn warteten. Dabei war das Seuchenschutz! Neeson bewegte sich nämlich als hochinfektiöses Bazillenmutterschiff über seine Berlinale-Termine rund um die Premiere seines Films "Kinsey - Die Wahrheit über Sex".------Kaum Sponsoren - keine große Gala. Die Verleihung des schwul-lesbischen Filmpreises Teddy am Rande der Berlinale musste diesmal nach üppigen Jahren im Tempodrom ganz klein im Kino International gefeiert werden. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (der diesen Abend mal ausnahmsweise nicht in Begleitung von Popstar George Michael verbrachte) wünschte sich in der Nacht zum Sonnabend im International, dass in Zukunft die Preisverleihung auch durch ihre Größe wieder ihr Gewicht signalisiert.------------------------------Foto: Nur als Kulisse: ein Falkner mit einer echten Eule.------------------------------Foto: Bastian Pastewka ließ sich mit Freundin Heidrun Buchmaier sehen.------------------------------Foto: Liam Neeson ("Kinsey - Die Wahrheit über Sex") war zum Empfang im China Club ein wenig verschnupft - die Bazillen hatten ihn fest im Griff.
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