Seit Wochen haben Hunderte Mieter In Prenzlauer Berg kein Gas. Grund: Bei der Sanierung der Leitungen stimmen sich die Berliner Gaswerke (Gasag) und die Hauseigentümer nicht genug ab.Vier Tage sollte es dauern, jetzt haben Magdalena und Friedrich Ohlendorf schon über zwei Wochen lang kein Gas. Die Gasag saniert gerade die Leitungen in der Stargarder Straße. Das Studenten-Ehepaar aus der Nummer 37 hat zwei kleine Kinder. Zum Windeinwaschen muß ein Kessel Wasser aufgesetzt werden. Das Kinderzimmer bleibt kalt. In den anderen Räumen stehen Kohleöfen.Als das Gas am 7. Oktober abgestellt wurde, rief Magdalena Ohlendorf beim Vermieter an, um Kochplatten zu bekommen. "Der wußte von gar nichts", sagt sie. Die Finnen informieren nur sporadisch über die nächsten Schritte. Das ärgert die jungen Leute am meisten. Wie den Ohlendorfs ergeht es vielen: Die Mieter der Pasteurstraße 47 blieben sogar vier Wochen ohne Gas. Manchmal warteten sie einen ganzen Tag vergeblich auf den Monteur.Die Verzögerung entsteht, weil die Hausbesitzer offenbar zu spät informiert werden. Hat die Gasag eine Leitung in der Straße repariert, überprüft sie per Druckprobe die Hausleitungen. Sind sie defekt, benachrichtigt sie den Hausbesitzer, der eine Firma mit der Reparatur beauftragt. Bis sie fertig ist, bleibt der Gashahn zu. Bei der Gasag herrscht Uneinigkeit darüber, ob die Hausbesitzer rechtzeitig unterrichtet werden. Während ein Sprecher erklärt, sie informierten im vorhinein, sagt ein anderer, dies geschehe, wenn die Druckprobe auf undichte Hausleitungen hinweise.Da die meisten Altbauten defekte Leitungen haben, könnten die Eigentümer -- rechtzeitig Informiert -- vor Beginn der Gasag-Arbeiten oder parallel zu ihnen im Haus sanieren. "Die Gasag repariert unkontrolliert die Leitungen im Bezirk", klagt Kerstin Maria Kunitz, Sprecherin von Wohnen Im Prenzlauer Berg (WIP), des wichtigsten Hausbesitzers. Die WIP habe versucht, mit der Gasag übereinzukommen -- vergeblich. Besonders schwer ist die Zeit ohne Gas für Senioren. In der Stargarder Straße 37 tragen inzwischen die Nachbarn einer 7ljährigen Mieterin die Kohlen In den zweiten Stock. met
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]