US-Präsidentensohn

Hunter Biden plädiert in Steuerbetrugsprozess auf schuldig – ihm drohen 17 Jahre Haft

Der Sohn von US-Präsident Joe Biden bekennt sich in seinem Prozess wegen Steuerhinterziehung in allen Anklagepunkten schuldig. Hunter Biden droht eine lange Haftstrafe.

Team News AFP/dpa/BLZ
3 Min
Hunter Biden verlässt das Bundesgericht, nachdem er sich der Steuervergehen schuldig bekannt hat. 

Hunter Biden verlässt das Bundesgericht, nachdem er sich der Steuervergehen schuldig bekannt hat. 

© Jae C. Hong/AP

US-Präsidentensohn Hunter Biden hat in seinem Verfahren wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung am Donnerstag in allen neun Anklagepunkten auf schuldig plädiert. Einen von seinen Anwälten angestrebten Deal hatte die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Kalifornien zuvor abgelehnt. Dem 54-Jährigen werden in drei Fällen Straftaten und in sechs weiteren Fällen Vergehen zur Vermeidung von Steuerzahlungen vorgeworfen.

Biden drohen bis zu 17 Jahre Haft und eine Geldstrafe von mehr als einer Million Dollar (900.000 Euro). Richter Mark Scarsi kündigte ein Urteil für den 16. Dezember an. Das US-Justizministerium teilte mit, die tatsächlichen Strafen für Bundesverbrechen lägen in der Regel aber unter den Höchststrafen.

Hunter Biden hatte in dem Fall zuvor auf nicht schuldig plädiert. Seine Kehrtwende kam nun unmittelbar vor dem Prozessauftakt. Eigentlich hätte das Gerichtsverfahren am Donnerstag mit der Auswahl der Geschworenen beginnen sollen. Doch dazu kommt es nun nicht mehr.

Hunter Biden soll rund 1,4 Millionen Dollar an Steuern hinterzogen haben

Biden soll zwischen 2016 und 2019 rund 1,4 Millionen Dollar an Steuern nicht gezahlt haben. In der Zeit habe Hunter Biden mehr als sieben Millionen US-Dollar an Einnahmen verbucht, hieß es in der Anklageschrift. Er habe damals jedoch beschlossen, keine Steuern zu zahlen, sondern das Geld für andere Dinge aufzuwenden: „für Drogen, Hostessen und Freundinnen, Luxushotels und Mietobjekte, exotische Autos, Kleidung und andere Dinge persönlicher Natur, kurzum: für alles außer für seine Steuern“.

Der Sohn von US-Präsident Joe Biden hat seit Jahren Probleme mit der Justiz. Im Juni war er wegen illegalen Besitzes einer Schusswaffe schuldig gesprochen worden. In dem Fall wurde ihm zur Last gelegt, bei einem Waffenkauf im Oktober 2018 falsche Angaben gemacht und seine damalige Drogenabhängigkeit verschwiegen zu haben. Er wies die Vorwürfe zurück. Das Strafmaß in dem Waffenverfahren soll am 13. November verkündet werden. Sein Vater hatte danach gesagt, er werde seinen Sohn nicht begnadigen, zugleich aber seine Vaterliebe bekundet.

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Hunter Biden: „Ich werde meiner Familie nicht noch mehr Schmerz antun“

In einem schriftlichen Statement, das mehrere US-Medien verbreiteten, ging Hunter Biden auf den ersten Prozess konkret ein. „Ich habe mich in Delaware vor Gericht gestellt, ohne zu ahnen, welche Qualen meine Familie dadurch erleiden würde, und ich werde sie nicht noch einmal so etwas durchmachen lassen“, hieß es darin. „Ich werde meiner Familie nicht noch mehr Schmerz, noch mehr Eingriffe in die Privatsphäre und unnötige Peinlichkeiten antun. Nach allem, was ich ihnen im Laufe der Jahre zugemutet habe, kann ich ihnen das ersparen, und deshalb habe ich beschlossen, mich schuldig zu bekennen.“

Hunter Bidens Anwalt Abbe Lowell sagte in Los Angeles, sein Mandant habe die Entscheidung getroffen, „um diejenigen, die er liebt, vor unnötigen Verletzungen und grausamen Demütigungen zu schützen“, und um einen weiteren „Schauprozess“ zu verhindern. „Das war eine mutige und liebevolle Entscheidung von ihm.“

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