Bei einem Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz ist am Dienstagabend (Ortszeit) ein Verwaltungsgebäude des saudischen Staatskonzerns Saudi Aramco in der Stadt Dhahran von einer ballistischen Rakete getroffen worden. Nach Angaben des Energieministeriums in Riad brach ein begrenztes Feuer aus. Tote oder Verletzte habe es dort nicht gegeben.
Dhahran im Osten des Königreichs ist Hauptsitz des Ölkonzerns, zu dessen Anlagen Förderstätten, Pipelines, Raffinerien und Exportterminals gehören.
In der Hauptstadt Riad wurden nach Angaben des Zivilschutzes vier Menschen verletzt, als Trümmer zweier abgefangener Marschflugkörper auf Wohngebiete fielen. 15 Häuser seien beschädigt worden, teilte die Behörde laut der Nachrichtenagentur AFP und Al Jazeera mit. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition erklärte, sie habe eine weitere ballistische Rakete über der Ostprovinz sowie Drohnen nördlich von Riad abgefangen.
Vorangegangene Luftangriffe auf Sanaa
Dem Huthi-Beschuss waren Luftangriffe der Koalition auf den Jemen vorausgegangen. Nach Angaben des Militärs wurden dabei am Dienstag eine Ölanlage am Rande der von den Huthis kontrollierten Hauptstadt Sanaa sowie Einrichtungen in den Provinzen Saada und Dhamar getroffen. Vor dem Angriff auf das Gelände der Yemen Petroleum Company sei die Zivilbevölkerung gewarnt worden.
Huthi-Militärsprecher Jahja Saree hatte bereits nach der Evakuierungswarnung eine „harte und schmerzhafte“ Antwort angekündigt und als mögliche Ziele den Flughafen von Riad, eine Aramco-Raffinerie sowie den Konzernhauptsitz genannt. Die Miliz forderte Ölarbeiter in Saudi-Arabien auf, mögliche Angriffsziele zu meiden.
Wiederaufgeflammter Krieg im Jemen
Die Huthis gehören zur vom Iran unterstützten „Achse des Widerstands“. Nach einer Waffenruhe von 2022 waren die Kämpfe im Jemen weitgehend zum Erliegen gekommen. Im Zuge des Krieges zwischen dem Iran und den USA flammte der Konflikt in diesem Jahr wieder auf.
Die jemenitische Regierung kämpft mit Unterstützung Saudi-Arabiens und weiterer Verbündeter gegen die Miliz. Im Juli verhängten die Huthis eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien und begannen, saudisches Staatsgebiet und Schiffe anzugreifen.
Bei einem Raketenangriff auf den internationalen Flughafen von Riad am Samstag wurden mehr als 300 Menschen verletzt. Die Zahl der Todesopfer stieg am Sonntag auf 13.
Ölpreise ziehen an
Saudi Aramco ist nach Fördermenge der weltweit größte Rohölkonzern. Das 2019 an die Börse gebrachte Unternehmen steht weiterhin unter staatlicher Kontrolle: Ende 2025 hielt die saudische Regierung direkt 81,48 Prozent der Aktien, weitere Anteile liegen bei staatlichen Beteiligungsgesellschaften. Neben der Öl- und Gasförderung betreibt Aramco weltweit Raffinerien und Chemieanlagen.
An den Rohstoffmärkten reagierten die Preise auf die Eskalation. Die Nordseesorte Brent legte am Mittwochmorgen um 0,8 Prozent auf 106,58 US-Dollar je Barrel zu, die US-Sorte WTI um 0,9 Prozent auf 94,94 Dollar, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.
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