Nach neuen Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz haben Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei kurzfristig ein Treffen der Generalstabschefs ihrer Streitkräfte angekündigt.
Grundlage ist das im August in Mekka geschlossene Verteidigungsabkommen der drei Staaten. Das teilte das saudische Außenministerium am Donnerstag am Rande der UN-Generalversammlung in New York mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur Saudi Press Agency berichtete.
Außenminister beraten in New York
Die Ankündigung geht auf ein Treffen der drei Außenminister in New York zurück. Zusammengekommen waren nach Angaben der Agentur der saudische Außenminister Prinz Faisal bin Farhan, der pakistanische Vizeregierungschef und Außenminister Ishaq Dar sowie der türkische Außenminister Hakan Fidan.
Sie verurteilten die Angriffe auf Mekka sowie auf zivile und wirtschaftliche Einrichtungen und bekräftigten das Recht Saudi-Arabiens auf Selbstverteidigung nach Artikel 51 der UN-Charta.
Angriffe auf Ölhafen und Pilgerstadt
Die saudische Luftabwehr fing nach Angaben der von Riad geführten Militärkoalition am Donnerstag sechs ballistische Raketen ab, die auf Taif und Yanbu abgefeuert worden waren. Die Huthi erklärten nach Angaben von Reuters, sie hätten Dutzende Raketen und Drohnen auf saudische Ziele abgefeuert.
Yanbu ist der wichtigste saudische Ölhafen am Roten Meer und Endpunkt der 1200 Kilometer langen Ost-West-Pipeline. Über diese fließt – unter Umgehung der weitgehend blockierten Straße von Hormus – Öl von der Küste am Persischen Golf, das in Yanbu verschifft wird.
Nach einem Angriff vom Iran unterstützter Milizen im Irak war die Ost-West-Pipeline vor rund zwei Wochen stillgelegt worden. Nach Medienberichten fließt inzwischen wieder Öl, allerdings wegen der Beschädigungen deutlich weniger als zuvor. Die maximale Kapazität liegt bei bis zu sieben Millionen Barrel pro Tag.
Saudi-Arabien war vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hinter den USA der zweitgrößte Ölproduzent und wichtigste Exporteur des Rohstoffs.
Frankreich schickt Soldaten nach Yanbu
Frankreich will nach Angaben von Präsident Emmanuel Macron Soldaten Radarsysteme und Flugabwehr nach Saudi-Arabien verlegen, um den Ölhafen Yanbu zu schützen. Das berichtete die dpa.
Die Gespräche darüber seien am Mittwoch abgeschlossen worden, sagte Macron den Sendern TF1 und France 2. Die Anlagen in Yanbu seien bei den Huthi-Angriffen stark beschädigt worden. Frankreich wolle sich nicht an Kampfhandlungen beteiligen, es gehe ausschließlich um den Schutz des Terminals.
Über Yanbu könnten täglich bis zu fünf Millionen Barrel Rohöl verladen werden – eine Stabilisierung werde binnen weniger Tage niedrigere Spritpreise bewirken, sagte Macron. Zur geplanten Zahl der Soldaten machte er keine Angaben. Großbritannien hatte Saudi-Arabien zuvor Flugzeuge zur Luftbetankung zugesagt.
Bericht: Saudi-Arabien nimmt Ölpipeline wieder in Betrieb – Aufnahme von Exporten erwartet
Rotes Meer: Versicherer stufen saudische Häfen als Kriegsrisikogebiet ein
Nach dem jüngsten Vormarsch der Huthi kontrolliert die Miliz weite Teile der jemenitischen Küste am Roten Meer sowie strategisch wichtige Inseln. Das betrifft auch die Meerenge Bab al-Mandab, die für Ölexporte aus Yanbu nach Asien passiert werden muss.
Die Huthi gehören zur vom Iran unterstützten „Achse des Widerstands“. Im Zuge des Iran-Kriegs flammte auch der Konflikt im Jemen erneut auf. Die dortige Regierung kämpft mit Unterstützung von Saudi-Arabien und anderen Verbündeten gegen die Huthi.
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