Die Huthis im Jemen haben nach eigenen Angaben den internationalen Flughafen König Khalid in Riad angegriffen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete, waren am Montagabend laute Explosionen in der saudischen Hauptstadt zu hören. Ob der Flughafen getroffen wurde und welche Schäden entstanden, war zunächst nicht unabhängig bestätigt.
Huthi-Militärsprecher Jahja Sari erklärte, die mit Iran verbündete Gruppe habe drei Operationen mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen durchgeführt. Der Angriff auf den Flughafen habe den Flugverkehr gestört, behauptete er laut Anadolu. Auch dafür lag zunächst keine unabhängige Bestätigung vor.
Auch Raffinerie und weitere Flughäfen als Ziele genannt
Weitere Angriffe hätten einer Raffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco in Rabigh, dem Flughafen Abha sowie Militäranlagen und anderen Einrichtungen im Süden Saudi-Arabiens gegolten, sagte Sari. In der Raffinerie sei ein Feuer ausgebrochen. Er bezeichnete die Operationen als Reaktion auf saudische Angriffe im Jemen und warnte internationale Fluggesellschaften vor der Nutzung des saudischen Luftraums.
Das saudische Außenministerium verurteilte in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur SPA veröffentlichten Erklärung fortgesetzte Huthi-Angriffe auf zivile und wirtschaftliche Einrichtungen, auch in Riad.
Rauch steigt nahe dem King Khalid International Airport in Riad auf.
© Luo Chen/Xinhua/imago
Türkei und Pakistan vereinbaren militärische Hilfe
Die Eskalation zieht weitere Staaten in den Konflikt. Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan vereinbarten am Montag bei einem Dringlichkeitstreffen in Riad, militärische Kräfte bereitzustellen und deren schnelle Verlegung in das Königreich sicherzustellen.
Grundlage ist das im August geschlossene Mekka-Verteidigungsabkommen. Ein bewaffneter Angriff auf einen Mitgliedstaat gilt darin als Angriff auf alle drei. Wie viele Soldaten verlegt werden sollen und welche Aufgaben sie übernehmen, blieb offen. Auch ist bislang nicht erklärt, ob sie ausschließlich saudisches Territorium schützen sollen.
Offensive im Jemen verschärft den Konflikt
Parallel gehen saudisch unterstützte Truppen der international anerkannten jemenitischen Regierung gegen die Huthis vor. Regierungskräfte meldeten Geländegewinne rund um die Meerenge Bab el-Mandab und einen Vormarsch Richtung Mocha. Die Verbindung zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden ist eine wichtige Route für den internationalen Öl- und Warenverkehr.
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