Finnland

Hybride Bedrohungen: Stubb warnt vor „Überreaktion“ in Europa und lobt Deutschland

Europa solle „ruhig und besonnen“ bleiben, erklärt der finnische Präsident Alexander Stubb. Zugleich lobt er Deutschlands Reaktion nach dem Drohnenvorfall in Leipzig.

3 Min
Der finnische Präsident Alexander Stubb

Der finnische Präsident Alexander Stubb

© Alessandro Rampazzo/AFP

Der finnische Präsident Alexander Stubb hat gewarnt, Europa solle angesichts der Möglichkeit hybrider Angriffe nicht „überreagieren“. Zwar müsse man sich auf „anhaltende hybride Angriffe und Sabotageakte“ Russlands vorbereiten, jedoch „sehr vorsichtig sein“, sagte er dem Portal Politico.

„Jedes Mal, wenn wir auf einen hybriden Angriff überreagieren, haben sie den Kampf in dieser Hinsicht tatsächlich gewonnen“, fügte er dem Bericht zufolge hinzu. Eine umfassende militärische Eskalation liege aus seiner Sicht „weder im Interesse Russlands noch in dessen Möglichkeiten“. Europa müsse „ruhig und besonnen“ bleiben.

Warnungen aus Europa

Zuletzt hatten mehrere europäische Staats- und Regierungschefs vor möglichen Vorfällen gewarnt. So hatte etwa Polens Ministerpräsident Donald Tusk nach Angaben des Senders TVP World von möglichen „hybriden Drohnen- und Raketenangriffen“ auf Polen und andere Nato-Staaten gesprochen, die nach seiner Einschätzung als Versehen dargestellt werden könnten.

Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sagte dem Bericht zufolge am Montag, norwegische Geheimdienste hätten die Glaubwürdigkeit der Einschätzung bestätigt. „Ich denke, die Warnungen von Premierminister Tusk sollten ernst genommen werden“, sagte er nach Angaben des Senders bei einer Pressekonferenz mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney.

Der Chef des lettischen Staatssicherheitsdienstes VDD, Normunds Mežviets, sagte laut dem britischen Guardian, es gebe „keine Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Angriff“. Jedoch beobachte man Anzeichen für mögliche entschlossenere russische Aktionen in Europa. Der tschechische BIS-Chef Michal Koudelka hielt gegenüber der Zeitung unter anderem einen begrenzten Vorstoß auf Nato-Gebiet oder fingierte Provokationen für mögliche Szenarien. Es gebe aber viele Menschen, die „alles in ihrer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass dies nicht geschieht“.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Leipzig-Drohne: Stubb lobt Deutschlands Reaktion

Stubb sprach laut Politico von einer „Überreaktion“ einiger Geheimdienste, die „im Grunde sagen: Nun ja, ihr seid die Nächsten“. „Wir sehen dafür keine Anzeichen“, sagte er demnach. Er verwies zudem auf die besondere Lage Finnlands, das die längste Nato-Grenze zu Russland habe. „Unsere Geheimdiensterkenntnisse zeigen zwar Aktivitäten, aber derzeit keine unmittelbare militärische Bedrohung“, so Stubb.

Positiv äußerte sich der finnische Präsident zu Deutschlands Reaktion auf den Drohnenvorfall in Leipzig. Die Bundesregierung hatte Russland verantwortlich gemacht, was Moskau zurückweist. „Genau das muss man tun. Man muss mit dem Finger zeigen und sagen: Wir wissen, was ihr tut, und das sind die Konsequenzen“, sagte Stubb laut Politico.

Ukraine-Krieg: Stubb hofft auf Gespräche

Mit Blick auf den Ukraine-Krieg zeigte sich Stubb vorsichtig optimistisch hinsichtlich eines Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Dienstag in New York. Beispielsweise sei ein möglicher Rahmen für eine Waffenruhe im Schwarzen Meer, etwa im Zusammenhang mit Getreide- oder Energiefragen, aus seiner Sicht „ein Schritt in die richtige Richtung“.

Stubb äußerte zudem die Hoffnung auf weitere Gespräche in den kommenden Wochen. Dabei brachte er ein mögliches Treffen zwischen Selenskyj und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin beim G20-Gipfel im Dezember in Miami ins Spiel. Er halte dies für „möglich“, auch wenn die Verhandlungen noch „weit davon entfernt“ seien.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner