Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hatte sich nach Bekanntwerden der geplanten Streichung vehement für den Erhalt der ICE-Frühverbindung von Rostock über Schwerin nach Hamburg eingesetzt – und den kompletten Wegfall damit zumindest teilweise verhindert. Das wird nun allerdings teuer für das Land: Finanzminister Heiko Geue (SPD) teilte am Donnerstag im Landtag in Schwerin mit, dass Mecklenburg-Vorpommern einen Millionenbetrag an die Deutsche Bahn zahlen muss, um die Schnellzugverbindung aufrechtzuerhalten.
Die genaue Summe nannte er nicht, da mit der Bahn Stillschweigen vereinbart worden sei. Es handele sich um einen „niedrigen einstelligen Millionenbetrag“ – vermutlich zwischen einer und drei Millionen Euro. Dem Verkehrsministerium zufolge laufen noch letzte Abstimmungen mit der Bahn.
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Der ICE soll von Mitte Mai an morgens gegen 6 Uhr in Rostock starten und gegen 8 Uhr in Hamburg ankommen. Geplant ist zudem, den Zug mit Nahverkehrstickets wie dem Deutschlandticket nutzbar zu machen. Eine Bahnsprecherin erklärte, dies sei nur möglich, wenn das Land eine Ausgleichszahlung leiste. Ein vergleichbares Modell gibt es bereits auf der Strecke Rostock–Stralsund. Die Finanzierung soll voraussichtlich aus Regionalisierungsmitteln des Landeshaushalts erfolgen.
Bericht über geringe Auslastung
Hintergrund der Auseinandersetzung: Die Deutsche Bahn hatte die Frühverbindung wegen mangelnder Auslastung streichen wollen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, saßen in der Regel nur 50 bis 60 Reisende im Zug – bei einer Kapazität von 376 Plätzen eine Auslastung von gerade einmal 15 Prozent. Der Konzern machte mit der Verbindung demnach täglich Verluste.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte daraufhin massiv öffentlichen Druck aufgebaut und bei einem persönlichen Treffen mit der neuen Bahnchefin Evelyn Palla in Berlin den Erhalt der Strecke gefordert. Die Staatskanzlei verkündete Ende Februar den Kompromiss – Lokalmedien sprachen von einer „sensationellen Wende“. In der Pressemitteilung der Landesregierung war von der Querfinanzierung durch das Land allerdings keine Rede gewesen.
CDU, Grüne und Linke begrüßten den damals angekündigten Kompromiss. Der FDP-Abgeordnete David Wulff warnte hingegen: „Wir reden über Verbindungen, ohne zu wissen, wie stark sie nachgefragt sind.“ Symbolische Rettungsaktionen ersetzten keine belastbare Verkehrsplanung. Die AfD bezeichnete die Aktion als „frühes Wahlgeschenk“ für Schwesig im beginnenden Landtagswahlkampf. Der Regierungssprecher wies dies zurück: Der Erhalt der Frühverbindung sei in erster Linie eine gute Nachricht für Pendler.
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