Energie

Erneuerbare überholen Kohle: IEA rechnet mit deutlich steigendem Stromverbrauch weltweit

Während die Stromkosten in der EU wegen hoher Gaspreise deutlich steigen, sinken sie in Australien dank Ökostrom und Batteriespeichern – so die Internationale Energieagentur.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Kohle soll nach der IEA-Prognose 2026 von erneuerbaren Energien als größte Stromquelle abgelöst werden.

Kohle soll nach der IEA-Prognose 2026 von erneuerbaren Energien als größte Stromquelle abgelöst werden.

© Jochen Tack/imago

Die weltweite Stromnachfrage wird nach einer neuen Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) 2026 um 3,6 Prozent und 2027 um 3,8 Prozent zulegen. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht „Electricity Mid-Year Update 2026“ der Pariser Behörde hervor. Der globale Stromverbrauch soll damit von 28.600 Terawattstunden im Jahr 2025 auf 30.700 Terawattstunden im Jahr 2027 steigen.

Als Treiber dieser Entwicklung nennt die IEA das Wachstum in der Industrie, die zunehmende Verbreitung von Elektroautos, Klimaanlagen und Wärmepumpen sowie den Ausbau von KI-Rechenzentren.

Erneuerbare überholen Kohle

Nach einem nahezu gleichen Anteil im Jahr 2025 soll die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen 2026 um mehr als acht Prozent zulegen und die Kohle als größte Stromquelle ablösen. Ihr Anteil am globalen Strommix werde von 33 Prozent im Jahr 2025 auf 37 Prozent bis 2027 steigen, teilte die IEA mit.

Mit dem weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie werde der Ausbau und die Modernisierung der Netze, mehr Flexibilität im System sowie eine effizientere Nutzung bestehender Infrastruktur wichtig.

Gaspreise treiben Kosten in Europa

Die Folgen der Krise um die Straße von Hormus schlagen laut dem IEA-Bericht auf die Strompreise durch. Höhere Preise für Flüssigerdgas verteuerten die Gasverstromung und hätten ab März die Großhandelspreise für Strom in mehreren Regionen nach oben getrieben. In der Europäischen Union und in Japan stiegen demnach die durchschnittlichen Spotpreise, also die kurzfristig an der Strombörse gehandelten Preise, im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 30 Prozent.

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Anders sei die Entwicklung in Australien verlaufen. Dort seien die Großhandelspreise im nationalen Strommarkt im ersten Halbjahr 2026 um 30 Prozent auf 47 US-Dollar je Megawattstunde gefallen. Die IEA verweist auf eine starke Erzeugung aus erneuerbaren Quellen und einen schnellen Ausbau der Batteriespeicher.

Neue Speicher hätten im ersten Quartal 2026 zu einer Verdreifachung der Verschiebung von Strommengen aus dem Tag in die Abendstunden beigetragen und so den Einsatz teurer Gas- und Kohlekraftwerke reduziert.

Zugleich häuften sich in einzelnen Regionen negative Strompreise. In den australischen Bundesstaaten South Australia und Victoria lagen die Großhandelspreise laut IEA in mehr als 20 Prozent der Stunden des ersten Halbjahres unter null. Solche Preise gelten als Zeichen für zu wenig Flexibilität im System.

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