Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für das globale Ölangebot im laufenden Jahr erneut nach unten korrigiert. Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht der Behörde hervorgeht, dürfte die weltweite Förderung 2026 um 4,3 Millionen Barrel pro Tag zurückgehen. Im Juli hatte die IEA noch einen Rückgang von 3,7 Millionen Barrel prognostiziert.
Damit sinkt die erwartete Gesamtförderung auf 102 Millionen Barrel täglich, den niedrigsten bislang von der Agentur für dieses Jahr genannten Wert.
Zur Begründung verwies die IEA auf die anhaltenden Einschränkungen an der Straße von Hormus sowie an der Meerenge Bab al-Mandab. Eine Vereinbarung über die Wiederöffnung von Hormus und einen ungehinderten Verkehr durch Bab al-Mandab sei weiterhin nicht in Sicht, teilte die Behörde mit.
Nach dem Zusammenbruch der Mitte Juni geschlossenen Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA war die Passage Anfang Juli erneut faktisch blockiert worden. Öl-Infrastruktur und Tanker gerieten erneut unter Beschuss.
Preise steigen, Nachfrage sinkt
Die Ölpreise stiegen im Juli laut IEA auf ein Zweimonatshoch. Die Nordseesorte Brent erreichte am 23. Juli zeitweise 105 US-Dollar pro Barrel und lag zum Berichtszeitpunkt bei etwa 92 Dollar. Zugleich senkte die IEA ihre Nachfrageprognose für das zweite Halbjahr 2026 um rund 550.000 Barrel pro Tag gegenüber dem Vormonatsbericht.
Die geschlossene Straße von Hormus störe internationale Lieferketten und verknappe das Angebot an Kraftstoffen und anderen Ölprodukten, hieß es. Hohe Kraftstoffpreise dämpften den Verbrauch zusätzlich. Für das Gesamtjahr erwartet die IEA einen Rückgang der Ölnachfrage um durchschnittlich 1,6 Millionen Barrel pro Tag.
Die weltweit beobachteten Ölvorräte fielen im Juli laut IEA um 69 Millionen Barrel und lagen erstmals seit April 2025 unter 7,9 Milliarden Barrel. Zwischen Ende Februar und Ende Juli summierte sich der Abbau der Lagerbestände auf 410 Millionen Barrel. Für das dritte Quartal 2026 rechnet die Agentur mit einem Angebotsdefizit von 1,8 Millionen Barrel pro Tag, mehr als doppelt so viel wie im Juli-Bericht geschätzt.
US-Behörde erwartet weitgehende Normalisierung erst 2027
Die US-Energiebehörde EIA rechnet in ihrem eigenen Kurzfristausblick für das dritte Quartal 2026 mit einem durchschnittlichen Brent-Preis von rund 85 Dollar je Barrel, elf Dollar mehr als im Vormonatsausblick. Bis zum vierten Quartal soll der Preis auf durchschnittlich 78 Dollar sinken, 2027 auf 69 Dollar.
Die EIA geht davon aus, dass die Öltransporte durch die Straße von Hormus im August stark eingeschränkt bleiben und sich ab September langsam erholen. Die Fördermenge der stillgelegten Kapazitäten lag nach Schätzung der Behörde im Juli bei durchschnittlich 5,5 Millionen Barrel pro Tag. Die US-Behörde erwartet erst Anfang 2027 eine weitgehende Normalisierung von Fördermengen und Handelsströmen.
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