Igitt!

Berliner kämpfen mit der Pollen-Invasion

Experten machen die wechselhaften Temperaturen und Russen-Winde verantwortlich.

Sophia Kräge
3 Min
Gelb, klebrig, abstoßend Die Stadt leidet unter einer extrem starken Pollen-Invasion. Wetter-Experten machen die wechselhaften Temperaturen und Russen-Winde verantwortlich.

Gelb, klebrig, abstoßend Die Stadt leidet unter einer extrem starken Pollen-Invasion. Wetter-Experten machen die wechselhaften Temperaturen und Russen-Winde verantwortlich.

© Bernd Friedel

Auf den Autos, auf den Fensterbänken oder auf frischer Wäsche. Dicker, gelber Blütenstaub – er ist einfach überall! Normalerweise ist das Phänomen nur für Allergiker die Hölle, doch in diesem Jahr leiden auch Hausfrauen, Auto-, und Radfahrer. Die müssen jetzt ordentlich schrubben, denn der gelbe Staub kann den Autolack angreifen und nimmt die Sicht.

Amanda Escudero (30) aus Friedrichshain ärgert sich über die dicke Pollenschicht auf ihrem Auto. „So schlimm war das noch nie. Alle zwei Wochen muss ich mein Auto putzen. Das nervt“, sagt sie. Auch um die Allergiker sorgt sie sich: „Für die muss das besonders schlimm sein“.

Amanda Escudero (30) aus Friedrichshain ärgert sich über die dicke Pollenschicht auf ihrem Auto. „So schlimm war das noch nie. Alle zwei Wochen muss ich mein Auto putzen. Das nervt“, sagt sie. Auch um die Allergiker sorgt sie sich: „Für die muss das besonders schlimm sein“.

© Bernd Friedel

Das klebrige Gemisch besteht aus verschiedenen Pollen-Sorten: Birke, Buche, Ahorn und Kiefer, vermischt mit Raps. Letzterer sorgt für die leuchtende, gelbe Farbe.

Warum aber ist der Pollenflug so heftig? Es liegt am Wetter. „In der letzten Zeit hatten wir einen ständigen Wechsel von warmen und kalten Tagen“, sagt Dominik Jung (39), Meteorologe beim Online-Portal wetter.net, zum KURIER.

"Mein Auto war komplett schmutzig und vom klebrigen Staub überzogen", sagt Gerald Schaerf (57) aus Schöneberg. Der Wagen muss derzeit regelmäßig in die Waschanlage. „Das finde ich aber nicht so schlimm. Mir ist es wichtig, dass ich beim Autofahren gute Sicht habe und es von außen glänzt. Zum Glück bin ich aber nicht allergisch“, sagt er. 

"Mein Auto war komplett schmutzig und vom klebrigen Staub überzogen", sagt Gerald Schaerf (57) aus Schöneberg. Der Wagen muss derzeit regelmäßig in die Waschanlage. „Das finde ich aber nicht so schlimm. Mir ist es wichtig, dass ich beim Autofahren gute Sicht habe und es von außen glänzt. Zum Glück bin ich aber nicht allergisch“, sagt er. 

© Bernd Friedel

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„Das hat der Natur einen ordentlichen Schub verpasst, dadurch blühen gerade etliche Pflanzen.“ Bisher hatten die Pollen-Hasser Glück, sagt Jung. „Die Wärme kam in diesem Jahr relativ spät, deshalb blieben die meisten Allergiker verschont.“

Nicht nur die Temperaturen sind für die Staub-Invasion verantwortlich – durch Trockenheit verteilt sich der Staub gut, der Wind erledigt den Rest. „Steht er günstig, können die Pollen auch kilometerweit fliegen“, sagt Jung. „Sie kommen dann beispielsweise aus Russland, Polen und Ostbrandenburg in die Innenstadt.“ Und: Letztendlich fällt der gelbe Matsch auch dadurch auf, dass Regen den Staub zu einer Klebemasse werden ließ.

„Die Pollen gehören eben zum Frühling dazu“, sagt Andreas Schulten (56) aus Schöneberg. 

„Die Pollen gehören eben zum Frühling dazu“, sagt Andreas Schulten (56) aus Schöneberg. 

© Bernd Friedel

Rund 15 Prozent der Deutschen leiden nach Daten des Robert Koch-Instituts an Heuschnupfen. Ausgelöst wird die Erkrankung von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Kräutern.

Betroffene reagieren mit Symptomen wie Schnupfen und Asthma bis hin zum allergischen Schock. Wer darunter leidet, sollte oft die Wohnung saugen und regelmäßig lüften, raten Experten.

Egal ob beim Auto oder Fahrrad: Auch Männer schwingen jetzt den Putzlappen! „Wenn es schnell gehen soll, putze ich selbst. Ansonsten fahre ich mein Auto in die Anlage“, sagt Nick Stüwe (39). 

Egal ob beim Auto oder Fahrrad: Auch Männer schwingen jetzt den Putzlappen! „Wenn es schnell gehen soll, putze ich selbst. Ansonsten fahre ich mein Auto in die Anlage“, sagt Nick Stüwe (39). 

© Bernd Friedel

Für Nicht-Allergiker haben die Pollen keine Folgen – bis auf den störenden Dreck. Doch das Ende ist in Sicht: „In den nächsten Tagen wird sich die Lage verbessern“, sagt Jung. Raps und Birke blühen bis Ende Mai, die Fichte bis Juni, danach nur Gräser. Auch Regen – angekündigt ist er für Anfang Juni – kann Abhilfe schaffen, denn er wäscht die Pollen aus der Luft.

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