Bereits kurz nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 kritisierte der in Berlin lebende Pianist Igor Levit die Reaktionen seiner deutschen Wahlheimat und des Berliner Kulturbetriebs auf die Massaker an Israelis.
Kritik an den Sondierungsgesprächen
„Die jetzt fehlende Empathie hat bei mir dazu geführt, dass ich mein Grundvertrauen in das, was Gesellschaft in Deutschland ist, verloren habe“, sagte er. „Das ist der eigentliche Bruch, den ich empfinde.“ Er habe mit dem Gedanken gespielt, Deutschland zu verlassen, sei aber noch nicht so weit.
Der Hass auf Juden sei nicht nur eine Bedrohung für ihn selbst, sondern für die „Existenzgrundlage dieser Bundesrepublik“, so Levit, der in Folge den Kulturbetrieb kritisierte: „Mit einigen habe ich im Hintergrund gesprochen und gefragt: Wo seid ihr? Ihr wart doch bei allen diesen anderen Themen da, beim Ausbruch des Ukraine-Krieges zum Beispiel! Und da bekam ich nur die Antwort: Israel ist halt kompliziert. Ich bin aber nicht Israel!“ Auf die Frage, was das mit ihm gemacht habe, sagte er: „Kein Ereignis hat mich so sehr zum Juden gemacht wie dieses.“
Nun legte Levit bei X nach. Der Künstler, der im vergangenen Jahr aus der Partei der Grünen ausgetreten war, kritisierte die Sondierungsgespräche der Grünen und der SPD mit der Berliner Linken aufgrund ihrer oft zwiespältige Haltung zum Thema Antisemitismus: „Letztes Jahr bin ich aus den Grünen ausgetreten. Die Entscheidung war nicht einfach. Sie fühlte sich richtig an und gleichzeitig zu früh. Heute weiß ich: Sie war richtig. Und nur minimal zu früh. Wie eng es für Juden in diesem Land wird, merkt man daran, dass man anfängt, seine Freunde zu zählen.“
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