Die wirtschaftliche Lage im Norden Sachsen-Anhalts hat sich zu Beginn des Jahres 2026 deutlich eingetrübt. Das geht aus einer am Montag in Magdeburg vorgestellten Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg unter rund 1.000 Unternehmen hervor. Nur 19 Prozent der befragten Betriebe bewerten ihre Geschäftslage demnach als gut, während 30 Prozent sie als schlecht einstufen. Auch die Erwartungen seien laut IHK pessimistischer als in den Vorjahren.
Im Handel sei die Geschäftslage auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gefallen, heißt es in dem Bericht. Vor allem der Einzelhandel bekomme die Zurückhaltung der Verbraucher zu spüren. Steigende Energiepreise erhöhten die Kosten und senkten zugleich die Kaufkraft. Im Gastgewerbe sei die Situation ähnlich; durch den Saisonbeginn fielen die Erwartungen dort jedoch etwas besser aus.
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Die Verkehrsunternehmen leiden der Umfrage zufolge stark unter den gestiegenen Kraftstoffpreisen. Die Einschätzung der Geschäftslage sei im ersten Quartal 2026 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken. Im Baugewerbe belasteten hohe Baukosten, schwierige Finanzierungsbedingungen und schlechtes Wetter die Branche. Besonders im Hochbau seien die Umsätze zurückgegangen. Kein Bauunternehmen erwarte künftig höhere Investitionen, was die IHK auf hohe Kosten und gestiegene Bauzinsen zurückführt.
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„Unsere Unternehmen arbeiten auf Verschleiß“
„Unsere Unternehmen arbeiten auf Verschleiß“, sagte IHK-Vizepräsident Stefan Korneck am Montag in Magdeburg. Seit 2022 hätten immer neue Herausforderungen die Wirtschaft belastet; Reformen seien jedoch ausgeblieben. Von der Bundesregierung forderte Korneck ein umfassendes Maßnahmenpaket noch bis zum Sommer.
IHK-Hauptgeschäftsführer André Rummel erklärte, die Unternehmen müssten spürbar und dauerhaft entlastet werden, um Planungssicherheit zu erhalten. Die Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 17 Cent pro Liter reiche nicht aus. Die Energiesteuer müsse auch auf Gas gesenkt werden, ebenso die Stromsteuer für alle Verbraucher.
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