Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock, Jürgen Strupp, hat für den Fall einer Abschaffung der Minijobs in ihrer bisherigen Form Alternativen für flexible Beschäftigung gefordert. Ohne solche Möglichkeiten sei ein Wegfall nicht sinnvoll, sagte Strupp vor dem IHK-Jahresempfang in Stralsund.
Besonders Gastronomie und Handel seien auf Minijobs angewiesen, betonte der IHK-Präsident. Sollte künftig eine vollständige Sozialversicherungspflicht gelten, käme auf diese Branchen eine zusätzliche Belastung zu.
Rentenkommission schlägt Abschaffung der Minijobs vor
Die Abschaffung von Minijobs mit einem Verdienst von bis zu 603 Euro im Monat gehört zu den Vorschlägen einer Regierungskommission für eine Rentenreform der schwarz-roten Koalition. Die Kommission empfiehlt, Minijobs in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen und ihren steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus abzuschaffen. Ausnahmen sollten demnach nur noch für Schülerinnen und Schüler gelten.
Strupp forderte zudem mehr Tempo in der Verwaltung. Planungs- und Genehmigungsverfahren dauerten weiterhin zu lange, sagte er. Außerdem müsse die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern gestärkt werden. Auch die Bedingungen für Gründungen und Unternehmensnachfolgen seien zu verbessern.
In Deutschland gibt es seit Einführung der Minijobs im Jahr 2003 im Zuge der Hartz-Reformen konstant rund 6,8 Millionen Minijobber. Nach Angaben der Minijob-Zentrale waren im März 2026 rund 6,5 Millionen davon im Gewerbe beschäftigt, etwa 300.000 in Privathaushalten. Bei einem Minijob ist der Verdienst auf 603 Euro pro Monat oder 7236 Euro im Jahr begrenzt. Der Arbeitnehmer zahlt keine Sozialabgaben, der Arbeitgeber eine Pauschale von etwas über 30 Prozent - inklusive Renten- und Krankenversicherung. Die Rentenkommission der Bundesregierung hatte jüngst vorgeschlagen, Minijobs regulär in die gesetzliche Rente einzubeziehen - Ausnahmen soll es nur noch für Schüler geben. (mit dpa)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]