Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat die Beschäftigten von Ikea in Deutschland für Freitag zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Betroffen sei mehr als die Hälfte der Einrichtungshäuser des Konzerns, teilte die Gewerkschaft am Donnerstag mit. Ziel sei es, in der laufenden Tarifrunde für den Einzel-, Groß- und Außenhandel den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen.
Verdi kritisiert „peinlichen“ Sozialplan für Rostock-Mitarbeiter
Besonderen Anstoß nimmt Verdi an den Sparplänen des Möbelkonzerns. So sollen im Kundenservicecenter in Rostock 280 Stellen wegfallen, das Center werde zum 30. September 2026 geschlossen. Den dort Anfang Juni vorgestellten Sozialplan bezeichnete Verdi-Fachbereichssekretär Marcus Dejosez als für den Konzern peinliches Ergebnis.
Ikea habe lediglich die wirtschaftliche Lage in der Region zur Berechnungsgrundlage gemacht statt die Möglichkeiten des Gesamtunternehmens. Der Sozialplan sieht laut Verdi einen Abfindungsfaktor von 0,75 vor, bei Klageverzicht 0,85, dazu Zuschläge etwa für Schwerbehinderte und Eltern.
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Weitere Ikea-Standorte von Stellenabbau betroffen
Über Rostock hinaus plane Ikea die Schließung der IT-Abteilung in Dortmund sowie einen Stellenabbau in der Zentrale in Wallau, hieß es von Verdi. Erstmals seien für 2026 betriebsbedingte Kündigungen vorgesehen. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer verwies darauf, dass Ikea 2024 in Deutschland einen Gesamtumsatz von 6,1 Milliarden Euro erzielt habe, was das zweitstärkste Jahr in der Unternehmensgeschichte darstelle. „Wer so stark aufgestellt ist, kann auch angemessene Entgeltsteigerungen finanzieren“, sagte Zimmer laut Mitteilung.
Ikea spielt nach Angaben von Verdi auf Arbeitgeberseite eine zentrale Rolle in der Tarifrunde und führt im Saarland die Verhandlungen. Den Tarifkommissionen liege seit Mai dasselbe Angebot mit Nullmonaten vor, kritisierte Zimmer. Einen bereits vereinbarten Verhandlungstermin habe die Ikea-Verhandlungsführerin im Saarland zuletzt abgesagt. „Hier wird offenbar auf Zeit gespielt“, sagte Zimmer.
Die nächsten Tarifverhandlungen sind für Montag angesetzt – für den Einzelhandel in Rheinland-Pfalz und für den Groß- und Außenhandel in Hamburg. Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
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