Politik

Ilse Aigner und Karin Prien im Fokus: Kommt 2027 erstmals eine Bundespräsidentin?

Die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sorgt für Bewegung in der Bundespolitik. Mehrere Spitzenpolitikerinnen werden als Kandidatinnen gehandelt.

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Mit Blick auf die Bundespräsidentenwahl 2027 verdichten sich die Hinweise, dass Deutschland erstmals eine Frau ins höchste Staatsamt wählen könnte. Nach zwei Amtszeiten darf Frank-Walter Steinmeier nicht erneut kandidieren. In politischen Kreisen steht vor allem die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner, im Mittelpunkt der Debatten.

Aigners Name erhielt neue Aufmerksamkeit nach ihrem Austausch mit Bundeskanzler Friedrich Merz beim Neujahrsempfang der CSU Miesbach. Das Treffen heizte Spekulationen über ihre mögliche Nominierung an. Auch Bildungsministerin Karin Prien wird als aussichtsreiche Kandidatin genannt.

Die 60-jährige Aigner, tief in der CSU verwurzelt, verfügt über breite politische Erfahrung. Sie war Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und führt seit Jahren den Bayerischen Landtag. Ihre Laufbahn wird parteiübergreifend als geeignet für das Amt des Bundespräsidenten eingeschätzt. Besonders ihr Ruf als volksnahe Politikerin reicht über Bayern hinaus.

Markus Söder hält sich mit einer Empfehlung für Aigner zurück

Innerhalb der Union spricht sich eine wachsende Zahl hochrangiger Politiker für eine Frau an der Staatsspitze aus. Horst Seehofer, früherer CSU-Chef, wirbt offen für Aigner. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagte er: „Es ist generell an der Zeit, dass mal eine Frau an die Spitze dieses Staates rückt. Ich bin absolut für eine Frau und von denen, die die CSU präsentieren kann, wäre auch für mich die Ilse an der ersten Stelle. Das traue ich ihr zu.“

Bundeskanzler Merz bekräftigte beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung, dass 2027 erstmals eine Frau zur Bundespräsidentin gewählt werden sollte. Auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner sieht Handlungsbedarf: „Auf der Liste der Bundespräsidenten stehen seit 1949 zwölf Männer, keine Frau. Das ist das Gegenteil von Gleichberechtigung“, sagte sie im Magazin Stern.

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält sich mit einer Empfehlung für Aigner zurück. Nach Einschätzung des Passauer Politikwissenschaftlers Heinrich Oberreuter vermeidet Söder eine Positionierung, solange er selbst Kanzlerambitionen hegt.

Aigner selbst reagiert auf die Debatte um ihre Person zurückhaltend. Gegenüber BR24 erklärte sie: „Es gibt schlimmere Schicksale. Es ist ja ein Kompliment, wenn man überhaupt in Erwägung gezogen wird.“ Sie betonte, dass es für konkrete Überlegungen noch zu früh sei, schließt eine Kandidatur aber nicht ausdrücklich aus.

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