Im alten Postbahnhof eröffnet im Januar ein neuer Klub - es ist der Nachfolger des ColumbiaFritz

Partys statt Pakete

Stefan Strauß Karin Schmidl
3 Min

FRIEDRICHSHAIN. Wo früher Pakete sortiert wurden, soll im nächsten Jahr richtig die Post abgehen. Am 29. Januar eröffnet das Unternehmen ColumbiaFritz GmbH neben dem Ostbahnhof einen neuen Klub. Der wird angelehnt an den Ort des Geschehens FritzClub im Postbahnhof heißen. "Wir sind der einzige Club mit ICE-Anschluss", sagt Geschäftsführer Norbert Döpp. Denn vom Ostbahnhof zum neuen Klub sind es nur ein paar Schritte. Vor einem halben Jahr hatte die Firma ColumbiaFritz sogar noch einen direkten Flugplatz-Anschluss. Gegenüber vom Flughafen Tempelhof gab es sechs Jahre lang den Veranstaltungsort ColumbiaFritz, der eng mit dem RBB-Jugendsender Fritz kooperierte und Konzerte sowie Partys organisierte. In einem früheren Kino der Air Force fanden 350 Partys und mehr als tausend Konzerte statt, darunter mit Seeed, Xavier Naidoo, Nena und den Beatsteaks. Als der Eigentümer plötzlich eine Mieterhöhung ankündigte, wollte Norbert Döpp nicht zahlen. Mit einer "Schönwartjewesen-Party" endete im Juni die Ära am Columbiadamm. Am Postbahnhof wird das Konzept nun fortgesetzt. "Wir machen das, was wir immer gemacht haben", sagt Norbert Döpp. Jedes Wochenende gibt es Konzerte und Tanzpartys, die ersten Konzerte sind bereits gebucht. Welche Bands auftreten werden, bleibt noch geheim. Als Medienpartner ist der RBB-Jugendsender Fritz wieder dabei. "Mit unserem Klub sind wir gut gerüstet, um im Berliner Nachtleben eine führende Rolle einzunehmen", sagt Fritz-Chefredakteur Konrad Kuhnt. Der FritzClub richtet sich in der 600 Quadratmeter großen ehemaligen Lagerhalle des Postbahnhofs ein. Früher wurden dort Pakete sortiert und für den Versand in Säcke gesteckt - deshalb heißt die Halle im Postjargon Beutelhalle. Von 1999 bis 2001 diente sie dem Tempodrom als Lager. Das Theater hatte während dieser Zeit sein Zelt auf dem Hof aufgeschlagen. Der ursprüngliche Postbahnhof, eine geklinkerte, etwa 110 Meter lange zweigeschossige Halle mit Gleisanschluss, bleibt weiter Veranstaltungsort für besondere Anlässe. Mode-, Designer und Immobilienmessen sind dort geplant.Beim Eigentümer ist man über den neuen Mieter froh. "ColumbiaFritz ist ein attraktiver Betreiber, der Besucher anziehen und das Gelände bekannt machen wird", sagt der Sprecher der Post AG, Rolf Schulz. Auch im Bezirk freut man sich. "Das gesamte Gelände ist als Kulturstandort geplant, da passt der Klub gut hinein", sagt Baustadtrat Franz Schulz (Grüne). Ganz in der Nähe, im ehemaligen Bewag-Heizkraftwerk auf dem Gelände des Wriezener Bahnhofs, habe sich mit dem Ostgut ein weiterer Klub etabliert. Der Postbahnhof liegt zudem zentral und in der Nähe der Klubs Ostgut, Maria am Ufer und Yaam. "An den Wochenenden ist hier eine Menge Kundschaft unterwegs", sagt ColumbiaFritz-Chef Döpp.------------------------------Kultur auf Postareal // Die Lagerhalle neben dem Postbahnhof am Ostbahnhof, in die die Columbiafritz GmbH einzieht, steht unter Denkmalschutz. Früher wurden dort Pakete sortiert.Das vier Hektar große Areal der Post grenzt an das Gelände der Anschutz Entertainment Group aus Los Angeles, die östlich davon ihre Multifunktions-Arena bauen will. Die Post will ihr Gelände parzellieren und an Investoren verkaufen. Entertainment, Kultur und Büros sind als hauptsächliche Nutzungen geplant. Um Investoren die Entscheidung zu erleichtern, wurden schon mehrere Gebäude abgerissen. So auch das einstige Briefverteileramt an der Mühlen-/Ecke Straße der Pariser Kommune, in dem bis Ende 2002 der Klub "Maria am Ostbahnhof" war. Auch das nicht mehr benötigte Postamt an der Straße der Pariser Kommune wurde abgerissen.------------------------------"Wir sind der einzige Club mit ICE-Anschluss." Norbert Döpp, Columbiafritz GmbH------------------------------Foto: Schöne Aussicht: Der alte Postbahnhof am Ostbahnhof soll ein Veranstaltungsort für besondere Anlässe bleiben.------------------------------Foto: In der alten Lagerhalle wurden Pakete sortiert und für den Versand in Säcke oder Beutel gesteckt - deshalb heißt die Halle im Postjargon Beutelhalle.

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