Im Gegensatz zu anderen Gemeinden kann die Stadt weiterhin mit Zuwanderung rechnen

In Ost-Berlin werden die Leerstände weniger

Gunda Wöbken-Ekert
2 Min

BERLIN, 7. November. Die Leerstände in den einzelnen Ländern unterscheiden sich erheblich. So stehen in den Brandenburger Umlandgemeinden nach einer Untersuchung des Verbandes Berlin Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), die Ende 1999 durchgeführt wurde, fast sieben Prozent der Wohnungen leer. Die durchschnittliche Leerstandsquote im Land liegt bei 10,4 Prozent. In einigen Städten und Gemeinden hat sich der Leerstand dramatisch ausgewachsen. In Wittenberge sind 35 Prozent der Wohnungen verwaist, in Guben 20 Prozent.In ihren Untersuchungen hat der BBU die Mietwohnungen berücksichtigt, die von ihren Unternehmen verwaltet werden. Das sind in Brandenburg von 800 000 Wohnungen 480 000 und damit über 60 Prozent. Somit zeigen die verbandseigenen Zahlen die Gesamtentwicklung an. In Berlin verwaltet der BBU von den 1,8 Millionen Mietwohnungen 850 000. Hier zeichnet sich längst keine so dramatische Entwicklung ab wie in anderen Bundesländern. "Die Quote ist stabil ""Die Quote ist stabil bis rückläufig. Wir haben den Trend zum höheren Leerstand gestoppt", sagt die BBU-Sprecherin, Christa Fluhr. Der Leerstand bei den vom BBU verwalteten Wohnungen liegt in Ost-Berlin bei 8,6 Prozent, in West-Berlin beträgt er 2,3 Prozent. Von den Wohnungen im Plattenbau stehen zehn bis zwölf Prozent leer. "Berlin ist mit anderen Ländern nicht zu vergleichen", sagt Fluhr, "die Stadt rechnet weiterhin mit Zuwanderung." Die oft zitierte Flucht aus der Platte gebe es hier nicht. "Die Leute wollen nicht weg aus Hellersdorf oder Marzahn, sie ziehen manchmal von einer unsanierten Platte in die sanierte ein paar Straßen weiter." Die Wohnungen in den sanierten Plattenbauten seien alle vermietet. Auch das Institut für ökologische Raumentwicklung hat festgestellt, dass die Nachfrage nach Wohnungen sich in der Hauptstadt anders gestaltet. "In Berlin wird in absehbarer Zeit auch die Nachfrage nach Geschosswohnungen wieder ansteigen, während sie sonst zum Teil drastisch zurückgehen wird", sagt Irene Iwanow, die für das Institut unlängst eine Untersuchung zur Wohnungsnachfrage in Ostdeutschland gemacht hat.

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