Rohstoffe

Deutschlands Importabhängigkeit bei Seltenen Erden sinkt – doch EU-Ziele sind noch in weiter Ferne

Deutschland bezieht weiterhin mehr als die Hälfte seiner Seltenen Erden aus China. Europäische Union ist weit von eigenen Versorgungszielen entfernt.

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Die Bayan-Obo-Mine für seltene Erden in der Inneren Mongolei.

Die Bayan-Obo-Mine für seltene Erden in der Inneren Mongolei.

© Ren Junchuan/Xinhua via ZUMA Wir

Deutschland hat seine Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen Seltener Erden im vergangenen Jahr zwar leicht verringert, bleibt aber in hohem Maße auf die Volksrepublik angewiesen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, stammten 2025 noch 55,4 Prozent der deutschen Importe Seltener Erden aus China. Im Vorjahr hatte der Anteil bei 65,4 Prozent gelegen – ein Rückgang um zehn Prozentpunkte.

Seltene Erden sind eine Gruppe von Metallen, die für die Fertigung zahlreicher Hochtechnologieprodukte unverzichtbar sind – darunter Akkus, Halbleiter und Magnete für Elektromotoren. Insgesamt importierte Deutschland nach vorläufigen Zahlen des Statistikamts im vergangenen Jahr 5500 Tonnen im Gesamtwert von 77,6 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Tatsächliche Herkunft „nicht nachweisbar“

Zweitwichtigstes Lieferland war Österreich mit einem Anteil von 20 Prozent, gefolgt von Estland mit rund elf Prozent. In beiden Ländern werden Seltene Erden verarbeitet – die tatsächliche Herkunft der Metalle sei jedoch „statistisch nicht nachweisbar", so das Bundesamt. Das bedeutet, dass ein Teil der über europäische Zwischenstationen importierten Rohstoffe ursprünglich ebenfalls aus China stammen könnte.

Trotz des leichten Rückgangs der China-Abhängigkeit liegt die importierte Menge deutlich unter dem Höchststand der vergangenen Dekade: 2018 führte Deutschland noch 9700 Tonnen Seltener Erden ein.

Auf europäischer Ebene zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Europäische Union importierte laut Statistik im vergangenen Jahr 15.100 Tonnen Seltener Erden im Wert von knapp 125 Millionen Euro. Knapp 47 Prozent davon kamen aus China. Zweitwichtigster Lieferant auf EU-Ebene war Russland, gefolgt von Malaysia.

EU noch weit von eigenen Vorgaben entfernt

Die EU hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 zehn Prozent ihres Bedarfs an kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden aus eigener Förderung zu decken. Zudem sollen 40 Prozent innerhalb der EU verarbeitet werden. Von diesen Vorgaben ist die europäische Industrie nach Einschätzung des Europäischen Rechnungshofs allerdings noch weit entfernt.

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Die strategische Dimension der Abhängigkeit wird durch Chinas dominante Stellung auf dem Weltmarkt unterstrichen: Das Land steht für rund 60 Prozent der globalen Produktion Seltener Erden und kontrolliert darüber hinaus große Teile der Weiterverarbeitung. Viele Förderländer exportieren ihre Rohstoffe zur Veredelung nach China, was Pekings Marktmacht zusätzlich verstärkt.

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