Kunstgeschichte

In Berlin wurde er zum Star: Die Mörderin Salomé trieb Lovis Corinth einst nach Preußen

Ein Skandal in München machte Lovis Corinth im kaiserlichen Berlin zu einem Star der frühen Moderne. Wie der Impressionist zum Expressionisten wurde, zeigt die Berlinische Galerie.

6 Min
Lovis Corinth: „Gertrud Eysoldt als Salomé“, 1903, Öl/Lw.

Lovis Corinth: „Gertrud Eysoldt als Salomé“, 1903, Öl/Lw.

© Leihgabe Klassik Stiftung Weimar

Diese Bildversammlung in der Berlinischen Galerie erzählt eine hauptstädtische Erfolgsgeschichte. Allerdings ist das über hundert Jahre her. Lovis Corinth, geboren 1885 in Ostpreußen, gestorben auf einer Reise nach Amsterdam 1925, die seiner Malerliebe zu Rembrandt und Frans Hals galt, war neben Max Liebermann und Max Slevogt der bedeutendste Vertreter des deutschen Impressionismus.

Corinth hatte, zusammen mit seinem Kollegen Slevogt, das Kunstparadies an der Isar und dessen berühmte Secession 1901 enttäuscht verlassen: Seine „Salomé“ für die Jahresausstellung wurde brüsk abgelehnt, die „Danae“  des Freundes abgehängt.

Der Kunstgeschmack in der bayrischen Residenz verlangte nach Leichtem, Dekorativem für alle Lebensbereiche. Man wünschte keine lasziven Moritaten aus der Bibel-Geschichte (Salomé) oder Motive von Zeus’ Jungfrauen-Missbrauch (Danae).

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