In der Kastanienallee wird gebaut, 60 Parkplätze fallen weg

"Sympathische Chaotenstraße" erhält eine neue Radspur

Stefan Strauss
2 Min

PRENZLAUER BERG. Keine Kastanie wird gefällt, Radfahrer kommen künftig sicherer durch die dicht befahrene Hauptverkehrsstraße und weder Bezirk noch Anwohner müssen etwas dafür bezahlen.Für 1,5 Millionen Euro aus dem Fonds Städtebaulicher Denkmalschutz soll die Kastanienallee ab dem Jahr 2010 umgebaut werden. Zwei Jahre Bauzeit sind eingeplant, um die Radspur zu bauen und neue Parkplätze zwischen den Bäumen anzulegen. Das historische Gehwegpflaster auf dem fünf Meter breiten Trottoir bleibt erhalten, behindertenfreundliche Haltestellen und Gehwegvorstreckungen kommen hinzu. "Radfahrer kommen künftig sicherer durch die Kastanienallee, Fußgänger sicherer über die Straße", sagt Stadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne).Doch für Anwohner mit Auto wird es dann schwieriger, einen Parkplatz zu finden. Von den bisher etwa 150 Parkplätzen, die es in der Kastanienallee im Abschnitt von Prenzlauer Berg gibt - ein weiterer Abschnitt gehört zu Mitte - fallen künftig 60 Parkplätze weg. Schon jetzt ist es schwierig, in der Straße einen Parkplatz zu bekommen, unerlaubtes Parken auf Gehwegen ist üblich. Nach dem Umbau gibt es nur noch 90 Parkplätze. Zudem soll die Parkzeit auf zwei Stunden beschränkt sein. "Wir können keine perfekte Lösung anbieten", sagt Peter Lexen, Leiter des Tiefbauamtes. Wichtigster Punkt der Planung war, die "sympathische Chaotenstraße" verkehrssicher zu machen.Die Kastanienallee gilt als die am höchsten belastete Radfahrstraße Berlins. Radler fahren auf dem Gehweg oder zwischen den Gleisen der Straßenbahn, Fußgänger haben oft keine Sicht auf ankommende Autos, wenn sie die Straße überqueren.Ob die Pläne wirklich so realisiert werden, ist zurzeit umstritten. Denn die SPD im Bezirksparlament kämpft für die Autofahrer der Kastanienallee. "Das Thema Stellplätze muss überarbeitet werden", sagt Roland Schröder, SPD-Verordneter und Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses. Er spricht von einer "radikalen Umstellung für Anwohner und Gewerbetreibende". "Wir wissen noch nicht, welche Auswirkungen dieser Wegfall hat."Erst im Herbst liegt eine Studie zum Autoverkehr in Prenzlauer Berg vor. Untersucht wird dabei, ob die Straße künftig zu einer bewirtschafteten Parkzone gehören soll.

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