Shoah

Im Ghetto von Perwomajsk: „Sie warfen die Kinder lebendig ins Feuer“

Rita Blekhova war drei Jahre alt, als die Deutschen ihre Familie ermordeten. Heute lebt die Holocaustüberlebende in Berlin und kämpft gegen das Vergessen.

13 Min
Eine Chorleiterin von Format: Rita Blekhova in ihrer Wohnung

Eine Chorleiterin von Format: Rita Blekhova in ihrer Wohnung

© Benjamin Pritzkuleit/Berliner Zeitung

Rita Blekhova schiebt den Servierwagen aus der Küche durch den Flur ins Wohnzimmer. Auf dem Esstisch breitet sie vier weiße Häkeldeckchen aus, stellt auf jedes einen Kuchenteller und legt gelbe Servietten dazu. Dann gießt sie aus einer lilafarbenen Porzellankanne heißes Wasser in die Tassen mit Löskaffee. Der Chor der jüdischen Veteranen singt ein Lied über gefallene Soldaten, die sich in weiße Kraniche verwandeln.

Der Gesang scheppert aus dem Laptop, der ebenfalls auf dem Tisch steht. Es ist ein Video, ein paar Jahrzehnte alt, das Rita Blekhova dabei zeigt, wie sie den Chor vor einem Publikum dirigiert. Dann wechselt die Einstellung. Zu sehen ist Blekhova in ihrer hellen Wohnung. Die Blekhova im Film sagt: „Das ist mein Weg.“ Die Blekhova am Esstisch sagt nichts und legt den Kopf auf beide Hände.

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