In Grünau soll ein neues Denkmal errichtet werden

"Ein Symbol für die Einheit des deutschen Sports"

Karin Schmidl
3 Min

Nur elf Steine existieren noch. Mehr sind nicht übrig von den 310 Brocken, aus denen einst das Sportdenkmal bestand. 75 Jahre stand es am Ufer des Langen Sees in Grünau, am 1 000-Meter-Punkt der dortigen Regattastrecke. Kurz vor den Weltfestspielen in Ost-Berlin 1973 ließ es die DDR-Führung abräumen - ein Denkmal aus Wilhelminischer Zeit passte nicht mehr zum Sozialismus. Nun soll an derselben Stelle ein neues Denkmal errichtet werden. Zur Fußball-WM 2006 könnte es fertig sein, meinen die Initiatoren. "Das neue Denkmal in Grünau soll das Sportdenkmal Deutschlands sein und zugleich ein sichtbares Zeichen der deutschen Einheit", sagte gestern der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen. Gerade in Zeiten leerer Kassen wolle man damit allen bewusst machen, dass der Sport ein hohes Kulturgut ist. Der DSB-Präsident ist der Schirmherr einer Initiative, die sich seit 13 Jahren für ein neues Sportdenkmal engagiert. Mehrere Parteien und Politiker im Südosten Berlins hatten sich bislang vergeblich bemüht. Seit einem Jahr gibt es nun einen eingetragenen Förderverein, der das Projekt voranbringen will und dafür Geld sammelt. "Wir wollen mit dem Denkmal auch zeigen, dass die Vereinigung im Sport beispielgebend für andere Bereiche im Land ist", sagte der Bürgermeister von Treptow-Köpenick, Klaus Ulbricht (SPD). Er ist der Vorsitzende des Fördervereins und überzeugt davon, dass sich viele Menschen mit dem Vorhaben identifizieren werden. Von jedem Sportler fünf CentDie Rechnung zur Finanzierung des Denkmals klingt einfach: "Wenn jeder der etwa 27 Millionen Menschen, die in einem der deutschen Sportvereine organisiert sind, fünf Cent spendet, haben wir mehr als eine Million Euro und das Denkmal steht", sagt Udo Korgitzsch, Vereinsvize und langjähriger Berliner Ruderfunktionär. Doch so einfach ist es natürlich nicht. Mäzene, die das Denkmal mitfinanzieren, sollen vor allem finanzkräftige Firmen sein. DSB-Chef von Richthofen jedenfalls will sich bundesweit dafür einsetzen, dass das Denkmal als gesamtdeutsches Symbol betrachtet wird: "Es ist etwas ganz Besonderes, dafür muss gemeinsam ein Zeichen gesetzt werden", sagte er. Doch zunächst muss entschieden werden, wie das neue Denkmal aussehen soll. Es soll keine Kopie des alten sein, so viel steht fest. Alles weitere soll von September an ein Künstler-Wettbewerb ergeben. Ob und wie die geretteten Steine des alten Denkmals integriert werden, wird auch zu klären sein. Von den elf noch existierenden Steinen wären nämlich nur acht wieder verwendbar, wie Werner Philipp, der Chef des Grünauer Wassersportmuseums erklärt: "Die drei anderen sind in Privatgärten aufgestellt und werden dort nicht herausgerückt." Infos im Internet: www.sportdenkmal-berlin-grünau.deWASSERSPORTMUSEUM Etwa 15 Meter hoch war das alte Denkmal, es wurde 1973 abgerissen.

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