Die Bildungsverwaltung hat beschlossen, dass die Klassen in den ersten drei Grundschuljahren generell kleiner werden sollen. Dies machte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gestern öffentlich. Laut der neuen Grundschulverordnung sollen in einer Klasse künftig maximal 26 Kinder sein. Bisher dürfen es offiziell 28 Kinder sein, vereinzelt sind es sogar mehr. "Jede Lerngruppe in der Schulanfangsphase besteht grundsätzlich aus 23 bis 26 Schülerinnen und Schülern", heißt es in der neuen Grundschulverordnung, die zur zweiwöchigen Grundschulanmeldung ab 1. November auf den Weg gebracht worden ist.Eine besondere Regelung gilt für die Grundschulen in Problemkiezen. Dort dürfen künftig nur 21 bis maximal 25 Kinder in einer Lerngruppe sein. Voraussetzung dafür ist, dass es in dieser Lerngruppe mehr als 40 Prozent Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache gibt oder mehr als 40 Prozent der Eltern von der Lernmittelzuzahlung befreit sind. Bis 2008 galt die Regelung, dass solche Klassen in sozialen Brennpunkten maximal 24 Schüler haben sollten, dann aber wurde in einer neuen Verordnung auch hier die Obergrenze auf 28 Schüler angehoben. Dies führte zu massiven Protesten von Grundschullehrern, besonders in Neukölln, und zu einer Demonstration von Lehrern, Eltern und Schülern vor dem Abgeordnetenhaus."Bravo, Herr Zöllner", überschrieb GEW-Landeschefin Rose-Marie Seggelke gestern ihre Pressemitteilung. Die Gewerkschaft sicherte dem Senator "volle Unterstützung bei der Durchsetzung dieser lobenswerten Vorhaben" zu. Auch Grünen-Bildungspolitiker Özcan Mutlu, der sich schon lange für eine bessere Ausstattung eingesetzt hatte, lobte Zöllners Beschluss als "Schritt in die richtige Richtung". Er mahnte jedoch zugleich mehr Sprachförderung und mehr Sozialarbeiter in Grundschulen an. Es sei nicht zu verstehen, wieso die Sekundarschulen hier deutlich besser dastehen.Die neue Maßnahme soll kein zusätzliches Geld kosten. "Die Neuregelung sorgt für mehr Gleichheit bei den Klassengrößen", sagte Jens Stiller, Sprecher der Bildungsverwaltung. Klassen mit unterdurchschnittlicher Größe bekommen womöglich ein, zwei Schüler dazu. Im Schuljahr 2008/09 hatte es 420 Grundschulklassen mit 27 Schülern und mehr gegeben. Etwa 500 der insgesamt über 6 000 Grundschulklassen hatten 26 Schüler.
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