Es war der 3. Januar 2026, pünktlich um 8 Uhr morgens, als die Server der Registrierplattform heiß liefen. Rund 3.500 begeisterte Freiwasserschwimmer saßen zeitgleich vor ihren Bildschirmen, die Finger nervös, für das Ziel: eines der begehrten Tickets für Deutschlands ältestes und traditionsreichstes Langstreckenschwimmen zu ergattern. Nur wenige Sekunden später herrschte bei den meisten Gewissheit – und bei zwei Dritteln der Bewerber große Enttäuschung. Die 1.100 regulären Startplätze waren nach einem Wimpernschlag restlos vergeben.
„Das bedeutet, dass zwei Drittel aller Schwimmer keinen Startplatz bekommen konnten. Es tut uns für alle Sportler leid, die in diesem Jahr kein Glück hatten“, bilanziert Ulf Schwarzer von der DLRG Ortsgruppe Stralsund Anfang des Jahres.
Das 2022 etablierte Anmelde- und Bezahlsystem hat den digitalen Ansturm zwar technisch einwandfrei bewältigt, doch die Kapazitätsgrenzen auf dem Wasser bleiben strikt. Wer leer ausging, blickt seitdem hoffnungsvoll auf die Warteliste.
Schwimmwettkampf mit Kultstatus
Die enorme Geschwindigkeit, mit der die Plätze für den ein halbes Jahr später stattfindenden Freiwasser-Schwimmwettkampf vergriffen waren, unterstreicht den Kultstatus des Events. „Sie macht deutlich, wie populär das Schwimmen von Deutschlands größter Insel zur wunderschönen Hansestadt Stralsund ist“, betont Gritt Juncken, die diesjährige Leiterin des Sundschwimmens.
Das Starterfeld von insgesamt rund 1.100 kleinen und großen Schwimmern beweist, dass die Faszination weit über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinausreicht. Die Teilnehmenden reisen nicht nur aus ganz Deutschland und Mitteleuropa an – selbst aus Schweden, Norwegen und Australien zieht es Sportler an den Strelasund.
Ostdeutscher bei der Tour de France: Cottbuser Radprofi Max Kanter startet für Astana
Inklusion und Sport: Erfolg bei der Sportabzeichen-Tour am Beetzsee
Warum die Organisatoren die Starts tauschten
Eine wichtige Neuerung wartet in diesem Jahr auf Aktive und Zuschauer: Die Organisatoren haben den gewohnten Ablauf umgestellt. Der Startschuss für das Hauptevent der Erwachsenen fällt am Sonnabend erstmals bereits früher, nämlich um 11 Uhr. Für die rund 1.100 Schwimmer heißt es dann in Altefähr auf Rügen: „Auf die Badekappen, fertig, los!“.
Das 24. Kindersundschwimmen rückt dafür nach hinten und beginnt um 13 Uhr. Hier beweisen die Nachwuchstalente im Alter von 10 bis 13 Jahren ihr Können. Auf sie wartet eine 800 Meter lange, abgesicherte Strecke entlang der Stralsunder Uferpromenade.
2.315 Meter durch den Strelasund: Die Schnellsten erreichen Stralsunder Strandbad nach knapp einer halben Stunde.
© arguseye/imago
Die 2.315 Meter lange Strecke für die Erwachsenen durch die Ostesee-Meerenge verlangt den Athleten alles ab, auch wenn für die Meisten der olympische Gedanke zählt. Es geht um das Gemeinschaftsgefühl, das Ankommen und das Unterbieten der eigenen Bestzeit. Dennoch wird es an der Spitze gewohnt rasant: Bereits knapp eine halbe Stunde nach dem Startschuss werden die ersten Top-Athleten im Stralsunder Strandbad zurück am Festland erwartet.
Nach monatelanger, aufwendiger Logistik im Hintergrund hoffen die Helfer der DLRG nun auf optimales Sommerwetter, damit die Athleten nach der Durchquerung des Sunds wohlbehalten den Fuß in den Sand des Stralsunder Strandbads setzen können. Vorhergesagt sind aktuell 22 Grad und mäßiger Westwind.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]