BRANDENBURG/HAVEL. Das Storchenpaar hat sein Nest auf einem acht bis zehn Meter hohen Mast eingerichtet, direkt gegenüber dem Haus von Monika Nebel. Schön zu beobachten, eigentlich. Doch für Monika Nebel lebt dort oben ein Tyrann.Irgendwann vor wenigen Wochen wurde sie nachts das erste Mal wach. Ein Storch, gewöhnlich allseits bewundert, klopfte lautstark an ein Fenster im Untergeschoss ihres Hauses im Ortsteil Wust. Das war noch auszuhalten. Doch als das Tier sie bald darauf nachts drei Mal weckte, ständig durch den Garten stakste und auch den metallic-grauen Citroen C5 vor der Tür zerkratzte, war es genug. "Von jetzt an konnten wir den Storch nicht mehr sehen", sagt Monika Nebel. "Wir begannen uns zu schützen." Schon im vorigen Jahr war der Storch den Dorfbewohnern aufgefallen. Da war er auf seinem Horst ohne Frau geblieben und spazierte traurig durch die Straßen. Auch an Scheiben soll er hin und wieder geklopft haben. Schaden soll es aber keinen gegeben haben.Natürlich ahnt Monika Nebel, was den Storch zu seiner Aggressivität treibt. "Er sieht sein Spiegelbild in den Scheiben und glaubt einen Rivalen vor sich." Doch die Erkenntnis, dass der Storch nur das Beste für seine Familie will, half ihr nicht. Sie will das Beste für sich und ihren Mann. Darum haben beide die Kellerfenster mit Laken verhangen. Das sieht nicht schön aus, hilft aber. Ihren Wagen fährt Monika Nebel jetzt immer sofort in die Garage. Und die Lackschäden an drei Autotüren, den hinteren Kotflügeln und und der Kofferraumklappe will die Versicherung begleichen. Frau Nebel kann wieder lachen. Ein Vogelkundler hat auch Hoffnung gemacht, dass der Storch wieder friedlich wird, sobald die Brut flügge ist. Seitdem schaut Monika Nebel immer öfter zum Mast. (BLZ)------------------------------Foto: Guck mal, wer da klopft: der nervende Gast bei Familie Nebel.
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