Indien will trotz auslaufender US-Ausnahmegenehmigungen weiter russisches Öl importieren. „Wir haben schon vor der Ausnahmegenehmigung russisches Öl gekauft, währenddessen und auch jetzt“, sagte Sujata Sharma aus dem indischen Erdölministerium am Montag bei einer Pressekonferenz. Reuters und mehrere indische Medien berichteten übereinstimmend darüber.
Die Beamtin machte deutlich, dass sich Indien bei seinen Käufen nicht an politischen Signalen der Regierung um Donald Trump in Washington orientiere. Entscheidend seien wirtschaftliche Interessen und die Versorgung des Landes. „Es gibt keinen Mangel an Rohöl“, sagte Sharma laut Reuters. Indien habe seine Lieferungen langfristig abgesichert. Eine Verlängerung oder ein Auslaufen der US-Genehmigungen werde daran „nichts ändern“.
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USA hatten Sanktionen wegen Ölkrise gelockert
Die USA hatten bereits im März eine zeitlich begrenzte Ausnahme von den Russland-Sanktionen erlaubt. Sie gestattete den Verkauf von russischem Öl, das bereits auf Tanker verladen worden war. Hintergrund waren Turbulenzen auf den Energiemärkten infolge des Kriegs zwischen Israel und den USA gegen den Iran sowie die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus.
Im April verlängerte das US-Finanzministerium die Regelung um weitere 30 Tage, obwohl Finanzminister Scott Bessent zuvor öffentlich erklärt hatte, weder die Ausnahme für russisches noch für iranisches Öl werde verlängert. Nach Angaben von AP und Bloomberg drängten mehrere asiatische Staaten auf eine Fortsetzung der Ausnahmeregelung, um Engpässe bei Treibstoffen zu vermeiden. Einige europäische Länder kritisierten die Entscheidung dagegen, weil Russland weiterhin vom Ölgeschäft profitiere.
Indien bleibt wichtigster Käufer russischen Rohöls
Indien zählt inzwischen zu den wichtigsten Abnehmern russischen Rohöls weltweit. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat Neu-Delhi seine Importe aus Russland massiv ausgeweitet, weil Moskau sein Öl mit deutlichen Preisnachlässen verkauft. Reuters berichtete bereits im April, dass russische Lieferungen nach Indien trotz westlicher Sanktionen nahe Rekordniveau liegen.
Die Aussagen aus Neu-Delhi zeigen nun offen, dass Indien seine Energiepolitik unabhängig von der Sanktionslinie der USA fortsetzen will. Für die Regierung von Premierminister Narendra Modi gilt eine stabile und günstige Energieversorgung als zentral für das Wirtschaftswachstum des Landes.
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