Eine Trainingseinheit war für den Sonntag nicht angesetzt. Damit das mit der Integration beim 1. FC Union Berlin aber möglichst schnell klappt, absolvierte Diogo Leite gemeinsam mit Kevin Möhwald unter Anleitung von Trainer Urs Fischer und Co-Trainer Markus Hoffmann aber dennoch ein individuelles Programm, während der Rest das Teams sich den siebten Tag im Trainingslager frei gestalten und zur Erholung nutzen konnte. Der 23-jährige Innenverteidiger möchte keine Zeit verschenken, reiste bereits am Freitag zusammen mit Möhwald zur Mannschaft nach Neukirchen am Großvenediger und stand, bevor sein Wechsel am Sonnabendvormittag von Vereinsseite verkündet wurde, schon im Individualtraining auf dem Platz.
Per Leihe und mit Kaufoption vom FC Porto nach Berlin
Per Leihe inklusive einer Kaufoption ist der Portugiese vom FC Porto zu den Eisernen gewechselt und versucht sich damit erstmals außerhalb seines Heimatlandes. „Nach insgesamt fünf Jahren als Profi in Portugal freue ich mich sehr auf eine neue Herausforderung in meiner Karriere. In Berlin sehe ich für mich persönlich die Chance, mich in einer europäischen Top-Liga und in der Europa League zu beweisen und weiterzuentwickeln“, sagte Leite zu diesem Schritt. „Mit meiner internationalen Erfahrung möchte ich zu einer erfolgreichen Saison für Union in allen drei Wettbewerben beitragen.“
Bei aller Geschwindigkeit, die der 1,88 Meter große Abwehrspieler bei seinem Wechsel an den Tag legte, musste er sich mit seinem ersten Auftritt im Trikot der Eisernen noch etwas gedulden. Beim 1:0-Sieg gegen Dynamo Budweis befand er sich noch in der Anreise ins Trainingslager, beim 3:3-Unentschieden im Test gegen Udinese Calcio aber konnte er sich ein gutes Bild seiner neuen Teamkollegen verschaffen. Mit zwei unterschiedlichen Mannschaften absolvierte Trainer Fischer beide Partien, gab somit jedem einsatzfähigen Spieler die Möglichkeit sich nicht nur in den kräftezehrenden Trainingseinheiten, sondern auch im spielerischen Wettbewerb zu präsentieren und sich für einen Einsatz beim Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal in zwei Wochen in Chemnitz zu empfehlen.
Endlich wieder Party: Union feiert Saisonheimauftakt mit 15.932 Zuschauern
Ableitungen daraus zu ziehen, wer denn möglicherweise im Moment im Konkurrenzkampf die Nase vor den anderen Teamkollegen haben könnte, war in so manchem Fall schon möglich. Frederik Rönnow dürfte wohl als Nummer eins in die neue Saison gehen, Robin Knoche und Nico Gießelmann scheinen in der Abwehrreihe, genau wie Rani Kedhira im defensiven Mittelfeld, gesetzt zu sein. Und im Angriff haben Sheraldo Becker und Sommerzugang Jordan Siebatcheu augenscheinlich die besten Chancen, wenngleich sie von den insgesamt vier Union-Toren in beiden Testspielen keins erzielen konnten.
Becker als ständiger Unruhefaktor auf der Außenbahn ist mit seinen Flanken aber ähnlich wertvoll, wie es Siebatcheu als Abnehmer im Zentrum noch werden kann. Bereits bei seinen ersten Einsätzen im Union-Trikot gegen Braunschweig und Dublin hatte der Mittelstürmer seine Qualitäten angedeutet, blieb allerdings, wie eine gute Viertelstunde vor Ende bei seiner Chance gegen Udinese Calcio, vor dem gegnerischen Tor noch ohne Erfolg. Die Treffer erzielten auch diesmal seine neuen Teamkollegen – Paul Seguin beim 1:0 gegen Budweis, Robin Knoche und Rani Khedira, bei einem Eigentor des Gegners, gegen Udinese. „Ich bin zufrieden mit dem Spiel. In der ersten Halbzeit hat nicht alles funktioniert, aber nach der Pause waren wir viel besser. Alles in allem kann ich ein gutes Fazit ziehen“, sagte Fischer nach dem zweiten Test.
Janik Haberer mit erstem Einsatz für den 1. FC Union
Der war auch gleichzeitig die Premiere für Janik Haberer, der nach überstandener Verletzung erstmals für die Eisernen ran durfte und deshalb noch keine Gedanken an einen Startelfeinsatz zu Beginn der Saison verschwendete: „Ich bin froh, dass ich nach meiner Verletzung spielen konnte. Wir sind froh, dass wir noch ein Unentschieden erreicht haben und wir konnten auch vieles aus dem Training umsetzen, sowohl offensiv als auch defensiv.“ Den freien Sonntag hatten sich alle also redlich verdient.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]