Halbleiter

Drei Monate früher: Infineon eröffnet neue Chipfabrik in Dresden

Mit fünf Milliarden Euro ist die neue Fabrik in Dresden die größte Einzelinvestition des Unternehmens. Die Produktion kann schon früher beginnen.

3 Min
Die neue Chipfabrik von Infineon geht drei Monate früher in Betrieb.

Die neue Chipfabrik von Infineon geht drei Monate früher in Betrieb.

© Jürgen Lösel/dpa

Der Münchner Halbleiterkonzern Infineon nimmt seine neue Chipfabrik in Dresden bereits am zweiten Juli in Betrieb – rund drei Monate früher als geplant. Mit der sogenannten Smart Power Fab verdoppelt das Unternehmen seine Produktionskapazität am Standort und schafft etwa 1000 zusätzliche Arbeitsplätze.

Rund fünf Milliarden Euro hat Infineon nach eigenen Angaben in den Bau investiert, knapp eine Milliarde davon steuerte die öffentliche Hand als Förderung bei. Es handelt sich um die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens. Vom Spatenstich im Mai 2023 bis zur Fertigstellung vergingen lediglich rund drei Jahre.

Infineon: Eine der größten Chipfabriken weltweit bei Dresden

Produktionsvorstand Alexander Gorski sprach von einem „Leuchtturmprojekt“ für Europa, Deutschland und die Region Dresden. Das Werk sei zudem im Budget geblieben. In Dresden entstehe damit die nach Unternehmensangaben größte Fabrik für intelligente Leistungshalbleiter in Europa und eine der größten weltweit. Bei voller Auslastung soll das Werk fünf Milliarden Euro zusätzlichen Umsatz beisteuern. Aktuell setzt Infineon weltweit rund 16 Milliarden Euro um.

Herzstück der Fabrik ist ein Reinraum auf zwei Etagen mit einer Fläche von etwa drei Fußballfeldern. Dort sollen rund 1000 Hightech-Anlagen in mehreren hundert Arbeitsschritten Halbleiter auf 300-Millimeter-Wafern fertigen. Verbaut wurden nach Angaben des Unternehmens 35.000 Tonnen Stahl und 150.000 Kubikmeter Beton. Zu Spitzenzeiten waren bis zu 2400 Menschen auf der Baustelle beschäftigt.

Das Werk werde zu 100 Prozent mit Ökostrom betrieben und verzichte vollständig auf Erdgas, sagte Gorski. Anstelle von Trinkwasser werde Industriewasser eingesetzt, angestrebt werde eine Recyclingquote von 45 Prozent.

KI-Ausbau treibt Geschäft von Infineon

Als Treiber des Geschäfts nannte Gorski den weltweiten Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Allein in diesem Jahr investierten große Anbieter mehr als 700 Milliarden US-Dollar. Bis 2030 dürften KI-Rechenzentren weltweit doppelt so viel Strom verbrauchen wie bisher. Bei den dort benötigten Leistungshalbleitern sieht sich Infineon mit einem Marktanteil von 24 Prozent als Weltmarktführer.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte das Bautempo bei einem Baustellenbesuch gelobt. Im Norden Dresdens entsteht parallel mit Beteiligung von Infineon, Bosch und NXP unter Führung des taiwanesischen Konzerns TSMC eine weitere Chipfabrik, die 2027 in Betrieb gehen soll. Nach Angaben des Dresdner Infineon-Geschäftsführers Thomas Richter kommt bereits jeder dritte in Europa produzierte Chip aus Dresden. (mit dpa)

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner