Inflation braucht Sparer noch nicht zu schrecken

Ruprecht Hammerschmidt
2 Min

Taler, Taler, du musst wandern, ist ein Spiel, das bei den Deutschen dann unbeliebt wird, wenn das erste selbst verdiente Geld aufs Konto überwiesen wird. Nicht nur im Schwabenländle zählt nämlich Sparen zu den Kerntugenden. Entsprechend groß ist die Angst der Bürger vor einer hohen Inflation, die den Wert ihres Ersparten aufzehren könnte.Angesichts der hohen Schulden, die die Staaten rund um den Globus im Rekordtempo zur Rettung der Weltwirtschaft aufgetürmt haben, sind solche Befürchtungen nicht ganz unbegründet. Denn die Billionen Euro für Konjunkturhilfen und Stützungsmaßnahmen sind geliehen und müssen zurückgezahlt werden. Bei einer steigenden Geldentwertung käme dies die Staaten billiger. Noch-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück erkannte denn auch bereits bei dem einen oder anderen Kollegen die Tendenz, die Schuldenlast mittels etwas höherer Inflation zu drücken.Kurzfristig sind diese Ängste jedoch unbegründet. Derzeit fallen die Inflationsraten vor allem dank günstigerer Preise für Heizöl, Gas und Kraftstoffe. Aber selbst wenn man diese Preise aus der Statistik herausrechnet, fällt die Geldentwertung sehr moderat aus. Die Frage ist jedoch, wie lange noch. Gelingt es den Notenbankern nämlich nicht die Liquidität aus dem Markt zu nehmen, wird es mittel- bis langfristig zu einer beschleunigten Geldentwertung kommen. Und dann wären die Sparer die Dummen.

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