Initiative will Hochhäuser an der Spree verhindern

Bürgerbegehren gegen Milliarden-Investitionen

Uwe Aulich
2 Min

FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG. Media Spree versenken! - diesen provozierenden Namen hat sich eine Initiative gegeben, die mit einem Bürgerbegehren die geplante Bebauung der Spreeufer in Friedrichshain und Kreuzberg verhindern will. "Wir wollen erreichen, dass die Ufer für alle nutzbar bleiben und nicht verbaut werden", sagt Initiator Carsten Joost, ein Architekt. Heute will die Initiative, der weitere Architekten, Studenten und Vertreter angehören, das Begehren bei Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) einreichen.Die Media Spree ist das 180 Hektar große Spreeufergelände zwischen Jannowitzbrücke und Elsenbrücke. Wo einst Güter verladen wurden, residieren heute Mode-Labels und Unternehmen der Medienbranche. Universal Music Germany zog 2002 in das frühere Eierkühlhaus am Osthafen, einen Steinwurf weiter sitzt die Europazentrale des Musiksenders MTV und am Ostbahnhof entsteht die Großarena O2 World. Es gibt Projekte von mehr als 20 Investoren, die in den kommenden 10 bis 20 Jahren Milliardensummen investieren wollen.Investitionen wolle man nicht verhindern, aber es soll eben nicht an der Spree gebaut werden, sagt Carsten Joost. Die Forderungen: Neubauten sollen einen Mindestabstand von 50 Meter zum Spreeufer haben. Die Berliner Traufhöhe von 22 Metern soll nicht überschritten und keine neue Autobrücke über die Spree gebaut werden. "Mit den bisherigen Planungen zum Beispiel den 130 Meter hohen Bürotürmen wurde die Öffentlichkeit überrumpelt", sagt Joost. Man wolle die Diskussion zur Media Spree wieder ankurbeln. Der Initiative ist bewusst, dass Eigentümer - sollte der 50-Meter-Abstand durchgesetzt werden - einen Anspruch auf Entschädigung haben. Diese Summe könnte bis zu 165 Millionen Euro betragen, hat die Initiative errechnet. "Damit haben wir das teuerste Bürgerbegehren der Geschichte", so Joost."Solche Forderungen aufzustellen, ist natürlich populär. Vermutlich wird die neue Brücke nur ein Steg für Fußgänger und Radfahrer", sagt Christian Meyer, Regionalmanager für die Media Spree. Außerdem seien die 50 Meter ein "willkürliches Maß", bei Investitionen werde eine mindestens zehn Meter breite Uferpromenade hergestellt.Sobald das Bezirksamt entschieden hat, ob das Bürgerbegehren rechtlich zulässig ist, hat die Initiative sechs Monate Zeit, um Unterschriften für das Bürgerbegehren zu sammeln. Mindestens drei Prozent der im Bezirk wahlberechtigten Bürger müssen dafür unterschreiben - etwa 5 400.

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