Berlin. Reuter Ungeachtet der Kritik des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR an der deutschen Abschiebepraxis will Berlin daran festhalten. UNHCR-Vertreterin Judith Kumin forderte ein differenziertes Verfahren bei der Rückführung der Bosnier.Berlins Innensenator Jörg Schönbohm (CDU) sagte gestern im ZDF, wer nicht freiwillig zurückkehre, werde abgeschoben. Er hoffe, daß von den ersten Abschiebungen das Signal zur freiwilligen Rückkehr ausgehe. Nach Schönbohms Darstellung sind Berlin und Bayern besonders stark betroffen. Hilfe gebe es weder vom Bund noch von einem anderen Bundesland. Jetzt müsse darüber diskutiert werden, wie man insgesamt im Bund mit dieser Frage umgehe. Die deutsche Vertreterin des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR), Judith Kumin, plädierte dafür, Kriegsflüchtlinge, die nicht in ihre Heimatregion zurückkönnten, nicht zur Rückkehr zu zwingen. Im "Tagesspiegel" sagte sie, es sei bedauerlich, daß sich das Thema Flüchtlingsrückkehr in Deutschland in eine Abschiebedebatte umgewandelt habe. Bei der Rückführung müsse differenziert vorgegangen werden.Nach Schätzungen des UNO-Flüchtlingshilfswerks kann etwa die Hälfte der rund 300 000 in Deutschland lebenden Bosnien-Flüchtlinge nicht in ihre angestammten Heimatorte zurückkehren. Auf diesen Sachverhalt nehme die Bundesrepublik keine Rücksicht, und als Kriterium für die Auswahl der Abzuschiebenden gelte lediglich der Familienstand, sagte Kumin. +++
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