Wirtschaftskrise

Insolvenz abgewendet: Leipziger Straßenbahnbauer Heiterblick gelingt die Wende

Aufatmen bei der Heiterblick GmbH. Der Leipziger Straßenbahnbauer hat sein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung erfolgreich beendet. Die 250 Arbeitsplätze bleiben bestehen.

3 Min
Blick in die Werkshalle von Heiterblick: Ein Straßenbahnzug vom Typ Vamos Bielefeld (links) und TW 3000 Hannover.

Blick in die Werkshalle von Heiterblick: Ein Straßenbahnzug vom Typ Vamos Bielefeld (links) und TW 3000 Hannover.

© Anika Dollmeyer/HeiterBlick

Trotz gefüllter Auftragsbücher war der Straßenbahnbauer in eine existenzbedrohende Schieflage geraten. Am 7. April 2025 stellte die Geschäftsführung der Heiterblick deswegen einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung.

Nun teilte das Unternehmen mit, dass die zuständigen Gerichte dem Antrag auf Aufhebung des Insolvenzverfahrens stattgegeben haben. Die Sanierung sei damit erfolgreich abgeschlossen.

Nach eigenen Angaben hat Heiterblick die Produktion für Würzburg und Dortmund vollständig wieder aufgenommen, auch die ersten Fahrzeuge für die Leipziger Verkehrsbetriebe befänden sich in Fertigung. Parallel dazu wird die Führungsspitze neu besetzt: Ulrich Lauel übernimmt den Vorsitz der Geschäftsführung. Er bringt nach Unternehmensangaben mehr als 30 Jahre Erfahrung im Bereich Straßenbahnfahrzeuge mit.

Im Zuge der Sanierung wurde das inhabergeführte Traditionsunternehmen an den polnischen Schienenfahrzeugbauer Pesa (Pojazdy Szynowe Pesa Bydgoszcz) verkauft. Der bisherige geschäftsführende Gesellschafter Samuel Kermelk hat das Unternehmen zum 31. Juli 2026 auf eigenen Wunsch verlassen.

Das Werk mit Hauptsitz in Leipzig-Plagwitz und einer Komponentenfertigung im sächsischen Grimma sichert nach der Sanierung rund 250 Arbeitsplätze. Historisch geht das Unternehmen auf die vor über 100 Jahren gegründete Hauptwerkstatt der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) im namensgebenden Stadtteil Heiterblick zurück.

Leipziger Straßenbahnbauer gerettet

Auslöser für die Krise bei Heiterblick war eine Kombination aus langfristigen Festpreisverträgen mit Städten wie Dortmund, Leipzig und Würzburg und den durch Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und elektronische Bauteile. Da die Preise Jahre zuvor kalkuliert worden waren, konnte das Unternehmen die Mehrkosten nicht an seine Auftraggeber weitergeben.

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Standorte in Leipzig und Grimma: Etwa 250 Menschen arbeiten für das Traditionsunternehmen.

Standorte in Leipzig und Grimma: Etwa 250 Menschen arbeiten für das Traditionsunternehmen.

© Jan Woitas/dpa

„Heiterblick hat dank wichtiger Faktoren – dem Abschluss des Insolvenzverfahrens, der planmäßigen Produktion und unserem starken Partner Pesa – ein starkes Comeback hingelegt. Wir sind wieder voll im Markt integriert und gut aufgestellt, um die kommenden Herausforderungen im öffentlichen Nahverkehr zu meistern“, erklärte Geschäftsführer Ulrich Lauel im Namen der neuen Geschäftsführung.

In den kommenden Monaten will sich die neue Führung auf die Produktion und Auslieferung der bestellten Straßenbahnen sowie auf die Integration in die Pesa-Gruppe konzentrieren. Gemeinsam mit dem neuen Eigentümer bereitet sich Heiterblick zudem auf einen Auftritt bei der Fachmesse InnoTrans im September 2026 in Berlin vor.

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