Insolvenzen

Firmenpleiten auf Achtjahreshoch: Unternehmens- und Privatinsolvenzen legen zu

Firmenpleiten in Deutschland erreichen den höchsten Monatswert seit mindestens 2018. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen.

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Die Zahl der vom Statistischen Bundesamt erfassten Insolvenzen erreichte im März einen Höchstwert im Achtjahresvergleich.

Die Zahl der vom Statistischen Bundesamt erfassten Insolvenzen erreichte im März einen Höchstwert im Achtjahresvergleich.

© Martin Schutt/dpa

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im März 2026 auf den höchsten Monatswert innerhalb der letzten acht Jahre gestiegen. Auch bei den Verbraucherinsolvenzen verzeichneten die Amtsgerichte einen deutlichen Zuwachs.

Im März 2026 registrierten die deutschen Amtsgerichte 2308 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 15,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte. Damit liegt der Monatswert über allen seit Januar 2018 erfassten Werten. Die Behörde wies darauf hin, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liege in vielen Fällen annähernd drei Monate zuvor.

Deutlich mehr Insolvenzen im ersten Quartal 2026

Im ersten Quartal 2026 wurden insgesamt 6275 beantragte Unternehmensinsolvenzen gezählt. Das ist ein Anstieg um 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Forderungen der Gläubiger bezifferten die Amtsgerichte auf rund 9,3 Milliarden Euro, nach 19,9 Milliarden Euro im ersten Quartal 2025. Dieser sehr deutliche Rückgang sei darauf zurückzuführen, dass Anfang 2025 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hätten als im Vergleichszeitraum 2026, teilte Destatis mit.

Bezogen auf 10.000 Unternehmen lag die Insolvenzhäufigkeit im ersten Quartal 2026 bei 17,7 Fällen. Am stärksten betroffen war der Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 32,1 Fällen je 10.000 Unternehmen. Es folgten das Gastgewerbe mit 30,3 und das Baugewerbe mit 26,7 Insolvenzen.

Verbraucherinsolvenzen steigen ebenfalls deutlich an

Bei den Verbraucherinsolvenzen meldeten die Amtsgerichte im März 2026 insgesamt 7462 Fälle und damit 18,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im ersten Quartal 2026 lag die Zahl bei 19.679 Verbraucherinsolvenzen, ein Plus von 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Die Insolvenzstatistik bildet nach Angaben des Bundesamtes nur Geschäftsaufgaben ab, die im Zuge eines Insolvenzverfahrens ablaufen. Aufgaben aus anderen Gründen oder vor Eintritt akuter Zahlungsschwierigkeiten würden nicht erfasst.

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