Polen

Internet für die Ukraine: Ermittlungen in Polen nach Feuer an Starlink-Station

An einer Starlink-Station in Polen bricht ein Feuer aus. Die polnischen Behörden ermitteln auch wegen möglicher Sabotage.

3 Min
Der polnische Digitalminister Krzysztof Gawkowski

Der polnische Digitalminister Krzysztof Gawkowski

© Michal Krumphanzl/imago

An einer Bodenstation für die Starlink-Satellitenkommunikation in Wola Krobowska in Polen ist am Mittwochabend ein Feuer ausgebrochen, wie mehrere Medien berichten. Die Station stellt nach Angaben des polnischen Digitalministers Krzysztof Gawkowski Internetverbindungen für Teile Europas bereit, darunter auch für die Ukraine. Die Systeme seien inzwischen wieder funktionsfähig, sagte Gawkowski laut Reuters.

Nach Angaben des polnischen Senders RMF FM wurde zunächst ein Feuer an Antennen der Station gemeldet. Auch ein Stromaggregat wurde beschädigt. Die Feuerwehr löschte den Brand. Nach ersten Erkenntnissen könnte die Verteilungsanlage absichtlich in Brand gesetzt worden sein; als weitere mögliche Ursache komme ein Kurzschluss in der elektrischen Anlage infrage, berichtete RMF FM.

Untersuchungen in Polen nach Brand

Die polnischen Behörden untersuchen den Vorfall. Laut RMF FM waren Polizeikräfte und Techniker vor Ort, zudem wurden die polnische Inlandsgeheimdienst ABW und das Zentrale Ermittlungsbüro der Polizei (CBŚP) informiert. Die Station in Wola Krobowska verfügt laut RMF FM über mehrere weiße, etwa zwei Meter große kugelförmige Antennen. Zusammen mit einer vergleichbaren Station nahe Kaunas in Litauen versorgt sie dem Sender zufolge einen großen Teil Mittel- und Osteuropas mit Internet.

„Das Feuer erfasste die Stromversorgungsanlage und den Generator“, sagte Gawkowski laut Reuters und sprach von einem „Sabotageakt“, der darauf ausgerichtet gewesen sei, „den Internetzugang für verschiedene Institutionen, darunter das ukrainische Militär“, zu unterbrechen. Zugleich erklärte der Minister, es sei nicht festgestellt worden, dass Russland für den Brand verantwortlich sei. Es gebe jedoch „viele Anzeichen“, dass der Vorfall mit Russlands „neuer Angriffsdoktrin“ übereinstimme.

Tusk warnte vor „hybriden Angriffen“

Polens Ministerpräsident Donald Tusk hatte zuletzt vor möglichen russischen „hybriden Angriffen“ auf Länder gewarnt, die die Ukraine unterstützen. Im polnischen Parlament sagte er, es bestehe ein „reales Risiko“, dass Drohnen oder andere Geschosse in das Gebiet von Nato-Staaten an der Ostflanke eindringen und dort Schäden verursachen könnten. Ein solcher Vorfall würde nach seiner Einschätzung voraussichtlich als Unfall dargestellt werden, sagte der polnische Regierungschef laut einem Guardian-Bericht.

Polen ist seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 besonders wachsam gegenüber möglichen Sabotageakten, wie Reuters berichtet. Russland hat eine Beteiligung an entsprechenden Vorfällen wiederholt zurückgewiesen.

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