Großprojekte

Investitionsstau in Berlin: TU-Hauptgebäude gesperrt, Philharmonie plant Milliardenprojekt

TU Berlin sperrt Hauptgebäude. Philharmonie plant Milliardensanierung ab 2032. Das ist nur die Spitze des Eisbergs.

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Technische Universität Berlin: Die Universität leidet unter vielen maroden Gebäuden.

Technische Universität Berlin: Die Universität leidet unter vielen maroden Gebäuden.

© IMAGO / Christian Kielmann

Das Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin wird ab Samstag bis auf Weiteres geschlossen. Auch die Berliner Philharmoniker bereiten sich auf eine umfangreiche Sanierung ihres Konzerthauses vor. Beide Fälle verweisen auf den Investitionsstau bei öffentlichen Gebäuden in der Hauptstadt.

Die TU Berlin teilte am Freitagnachmittag auf ihrer Internetseite mit, das Hauptgebäude an der Straße des 17. Juni könne wegen „baulicher Auffälligkeiten“ nicht mehr genutzt werden. Diese seien bei einer Begehung mit den zuständigen Behörden und der Berliner Feuerwehr am 8. Mai 2026 festgestellt worden. Betroffen sind Büros, Lehrveranstaltungen und Veranstaltungen.

TU-Präsidentin Fatma Deniz nannte die Schließung alternativlos. Ursache seien massive Feuchtigkeitsschäden im Keller, die Stromversorgung und Brandschutz gefährdeten. Ein Krisenstab organisiere die Verlegung von wöchentlich 350 Lehrveranstaltungen. Wie lange das Gebäude gesperrt bleibt, ist nach Angaben der TU offen. Die Kosten für eine Sanierung bezifferte Deniz auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Das Gebäude stehe nach ihren Worten symbolisch für den Zustand der öffentlichen Infrastruktur in der Berliner Universitätslandschaft. Bereits im November 2025 war das Hauptgebäude wegen technischer Mängel zwei Wochen lang gesperrt.

Philharmoniker planen Sanierung ab 2032

Auch die Philharmonie am Kemperplatz muss überholt werden. Intendantin Andrea Zietzschmann sagte, eine Machbarkeitsstudie sei in Auftrag gegeben, im Juni solle ausführlicher informiert werden. Geplant sei, 2032 im Gebäude von Hans Scharoun das 150-jährige Jubiläum des Orchesters zu feiern und anschließend in die Sanierung zu gehen. Mit Bund und Land werde über die Finanzierung gesprochen.

„Wir haben viele Probleme, es gibt regelmäßig Schäden“, sagte Zietzschmann. Probleme gebe es etwa beim Brandschutz. Als mögliche Ausweichspielstätten nannte sie den früheren Flughafen Tempelhof oder das ICC. Geprüft werde auch ein Ersatzbau auf einer Freifläche.

Beide Vorhaben reihen sich in eine Liste verzögerter oder anstehender Sanierungen ein. So ist der Baubeginn an der Zentral- und Landesbibliothek auf 2027 verschoben, am Hauptgebäude der Humboldt-Universität läuft die Sanierung des Ostflügels seit neun Jahren, und rund 30 Schulsanierungen wurden wegen fehlender Mittel zurückgestellt.

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