Investor blockiert Zuschlag

Marin Majica
2 Min

Auch der zweite Versuch, Haus Schwarzenberg in der Rosenthaler Straße 39 zu versteigern, ist gescheitert. Das entschied gestern das Amtsgericht Mitte. Die Zukunft des Szene-Biotops bleibt ungewiss.Vergangene Woche hatte zwar die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) mit 2,5 Millionen Euro das höchste Gebot abgegeben. Das ließ die Mitglieder des Kulturvereins Schwarzenberg jubeln, der das Haus seit 1995 gemietet hat. Denn die WBM war im Auftrag von Land und Bund aufgetreten, die am Erhalt des Künstlerhauses interessiert sind. Langfristig soll das Gebäude, das einen Schätzwert von 3,38 Millionen Euro hat, von einer Stiftung verwaltet werden.Doch Rechtsanwältin Ute Dornberger beantragte nach dem Zuschlag die Einstellung des Verfahrens. Dornberger vertritt einen Teil der rund 20 Erben, denen das von den Nazis enteignete Haus 1997 rückübertragen wurde. Da die Erben zerstritten sind, sollte das Haus versteigert werden. Die Anwälte können den Zuschlag ablehnen, wenn ihnen der Erlös zu niedrig ist. Pikant ist, dass Dornberger auch den Hamburger Immobilienentwickler Harm Müller-Spreer vertritt. Der ist am Haus interessiert, hat aber auch einigen Erben ihre Rechte abgekauft. Müller-Spreer war bei der Versteigerung bei 1,9 Millionen Euro ausgestiegen. Später ließ er als "Erbe" seine Anwältin den Einstellungs-Antrag einreichen, dem gestern stattgegeben wurde. "Das kann sich hinziehen", sagte WBM-Vertreterin Ute Henkelmann zur Blockade-Strategie. Die nächste Versteigerung werde wohl erst in einem Jahr anberaumt. Bis dahin können die Mitglieder des Künstlervereins ihre Bars, Büros und Galerien weiter betreiben. (mam.)BLZ/MARKUS WÄCHTER Schwarzenberger Himmel: Die Bewohner bangen um ihr Kunsthaus.

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