IRAK - Vier Millionen Menschen haben auf der Flucht vor Gewalt ihre Heimat verlassen. Der Flüchtlingsstrom ebbt nicht ab. Eine Konferenz in Genf rang der Regierung in Bagdad und anderen Staaten Hilfszusagen ab.

"Eine der größten Krisen der Welt"

Martina Doering
2 Min

Vier Millionen Iraker sind auf der Flucht. Die Konferenz in Genf sollte das Ausmaß der Tragödie verdeutlichen und Hilfe mobilisieren, sagt William Spindler, Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR und Konferenzteilnehmer.Warum war eine Konferenz zur irakischen Flüchtlingskrise nötig?Der kriegerische Konflikt im Irak und die Gewalttaten machen Schlagzeilen. Die soziale Not der Iraker und die Flüchtlingskatastrophe wurden bisher kaum registriert. Aber es handelt sich dabei um eine der größten humanitären Krisen in der Welt, es muss schnellstens geholfen werden.Weshalb wurde diese Krise kaum wahrgenommen?Die meisten Flüchtlinge fanden in städtischen Gebieten Zuflucht, sie leben bei Verwandten, Freunden, in zeitweiligen Unterkünften, es sind meist nur kleine Gruppen. Deshalb ist das Ausmaß der Tragödie nicht zu erkennen.Ist es gelungen, das zu ändern?Erste Zusagen deuten darauf hin. Die irakische Regierung will ihren Bürgern helfen und 25 Millionen Dollar zur Verfügung stellen sowie Büros in Jordanien und Syrien eröffnen. Die USA wollen nun 25 000 irakische Flüchtlinge aufnehmen. Andere Staaten geben Geld.Wie aber kann man angesichts der Lage den Menschen im Irak helfen?Es gibt noch einige internationale Organisationen, die im Land mit irakischen Mitarbeitern aktiv sind. Ohne eine politische Lösung aber wird effektive Hilfe unmöglich sein.Was folgt nach dieser Konferenz?Wir beginnen jetzt mit der operativen Arbeit, also mit der Koordination der Hilfsleistungen. Zudem wollen wir auf alle Staaten einwirken, mehr Solidarität mit den Irakern zu zeigen und ihre Grenzen für Flüchtlinge offen zu lassen oder zu öffnen.Das Gespräch führte Martina Doering.------------------------------Foto: Der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, William Spindler

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