Nahost

Iran-Botschafter wirbt für Deal mit den USA: Israel hält an harter Linie fest

Der iranische Botschafter verteidigt das Abkommen mit den USA. Israel dagegen kritisiert den Deal.

2 Min
Vor Schweiz-Gesprächen: Iranischer Botschafter wirbt für Abkommen mit den USA.

Vor Schweiz-Gesprächen: Iranischer Botschafter wirbt für Abkommen mit den USA.

© Thomas Meyer/Ostkreuz

Während in der Schweiz die Gespräche über die Umsetzung des jüngsten USA-Iran-Abkommens laufen, hat der iranische Botschafter in Deutschland, Majid Nili Ahmadabadi, den Deal als wichtigen diplomatischen Erfolg bezeichnet. In einer ausführlichen Erklärung schreibt der Botschafter, das Abkommen sei „ein Beleg dafür, dass Diplomatie weiterhin der wirksamste Weg zum Frieden ist“. Das berichtet die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (gehört wie die Berliner Zeitung zur OMH).

Ahmadabadi nennt dabei drei zentrale Punkte. Erstens weist der ranghöchste iranische Vertreter in Deutschland die Vorstellung zurück, der Iran könne durch militärischen Druck in die Knie gezwungen werden. Der erwartete Zusammenbruch des iranischen Staates sei trotz der Angriffe der vergangenen Monate ausgeblieben. Die wichtigste Lehre des Konflikts sei vielmehr, dass sich Nationen weder durch Gewalt noch durch Einschüchterung dauerhaft brechen ließen.

Iran-Botschafter: „Diplomatie bleibt der Weg zum Frieden“

Zweitens verteidigt der Botschafter das iranische Atomprogramm. Teheran habe stets betont, dass dieses friedlichen Zwecken diene und auf eigenen wissenschaftlichen und technologischen Fähigkeiten beruhe. Nachhaltige Sicherheit könne nicht durch Konfrontation, sondern nur durch Dialog, gegenseitigen Respekt und diplomatische Lösungen erreicht werden.

Drittens sieht Ahmadabadi in dem Abkommen konkrete Vorteile für mehrere Akteure. Für Westasien eröffne sich die Chance auf mehr Stabilität und die Eindämmung regionaler Konflikte. Europa könne von sichereren Schifffahrtswegen und wirtschaftlicher Erholung profitieren. Für die USA biete die Vereinbarung einen Weg, einen kostspieligen Krieg zu beenden. Aus iranischer Sicht belege der Deal zudem die Widerstandsfähigkeit des Landes und dessen Fähigkeit, die eigene Souveränität zu verteidigen.

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Zugleich übt der Botschafter scharfe Kritik an den USA und Israel. Die militärischen Angriffe auf den Iran hätten aus Sicht Teherans gegen die nationale Souveränität verstoßen. Auch Äußerungen von US-Präsident Donald Trump während des Krieges hätten grundlegende Fragen zum Schutz von Zivilisten und zum Völkerrecht aufgeworfen.

In Israel stößt das Abkommen weiterhin auf erhebliche Vorbehalte. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekräftigte, dass der Iran „mit oder ohne Abkommen“ keine Atomwaffen erhalten werde. Kritiker in Israel sprechen sogar von einer „katastrophalen Kapitulation“ Washingtons gegenüber Teheran.

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