Revolutionsgarden im Einsatz

Iran feuert Raketen in Richtung Straße von Hormus

Nach Angaben staatsnaher iranischer Medien hat Iran Raketen in Richtung der Straße von Hormus abgefeuert. Die Berichte fallen mit einer neuen Runde von Atomgesprächen mit den USA zusammen.

3 Min
Raketen- und Drohneneinheiten der Islamischen Revolutionsgarden bei einer Militärübung.

Raketen- und Drohneneinheiten der Islamischen Revolutionsgarden bei einer Militärübung.

© Sepahnews/dpa

Der Iran hat nach Angaben mehrerer staatsnaher Medien mit scharfen Militärübungen in Richtung der Straße von Hormus begonnen. Wie die Associated Press berichtet, beruft sich diese Darstellung unter anderem auf die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim, die den iranischen Revolutionsgarden nahesteht.

Tasnim meldete demnach, dass Raketen aus dem iranischen Landesinneren, von Küstenstellungen sowie von vorgelagerten Inseln abgefeuert worden seien. Die Geschosse hätten ihre Ziele in der Straße von Hormus getroffen. Details zu Art der Raketen, möglichen Schäden oder konkreten Zielpunkten wurden zunächst nicht genannt.

Irans Revolutionsgarden seit Montag im Einsatz

Nach iranischen Angaben begannen die Revolutionsgarden ihre Manöver bereiits am frühen Montagmorgen. Die Übungen erstrecken sich demnach über mehrere strategisch bedeutende Wasserstraßen, darunter die Straße von Hormus, den Persischen Golf und den Golf von Oman. Über diese Routen wird rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls transportiert.

Unabhängige Bestätigungen der iranischen Angaben zu den Raketenabschüssen lagen zunächst nicht vor. Auch westliche Regierungen oder internationale Beobachter äußerten sich vorerst nicht offiziell. In der Vergangenheit hatte Iran wiederholt Militärübungen in der Region durchgeführt, um seine Abschreckungsfähigkeit zu demonstrieren. Beobachter warnen seit Langem, dass jede militärische Eskalation in der Straße von Hormus erhebliche Auswirkungen auf die Sicherheit der Schifffahrt sowie auf die globalen Energiemärkte haben könnte.

Militärmanöver parallel zu neuen Atomgesprächen

Zeitlich fallen die Militäraktivitäten mit dem Beginn einer zweiten Runde indirekter Gespräche zwischen den USA und Iran über das iranische Atomprogramm zusammen. Die Verhandlungen finden in Genf unter Vermittlung Omans statt. US-Präsident Donald Trump hatte Teheran vorab mit nicht näher benannten „Konsequenzen“ gedroht, sollte keine Einigung zustande kommen. „Ich glaube nicht, dass sie die Konsequenzen wollen, wenn kein Abkommen zustande kommt“, sagte Trump am Montag an Bord der Air Force One vor Journalisten. Er werde „indirekt“ an den Verhandlungen beteiligt sein.

Die US-Delegation wird vom Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner angeführt. Auf iranischer Seite leitet Außenminister Abbas Araghtschi die Delegation.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

USA und Iran: Positionen liegen weit auseinander

Die Verhandlungen finden vor dem Hintergrund einer wachsenden militärischen Drohkulisse statt: Zwei US-Beamte erklärten gegenüber Reuters, das US-Militär bereite sich auf die Möglichkeit wochenlanger Operationen gegen den Iran vor, falls Trump einen Angriff anordnen sollte. Trump selbst sprach von einer „massiven Marineflotte“, die in der Region stationiert sei.

Inhaltlich liegen die Positionen weit auseinander. Washington und Israel gehen davon aus, dass der Iran den Bau einer Atomwaffe anstrebt. Teheran bestreitet dies und erklärt, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken, hat Reuters zufolge allerdings Uran über die für die Stromerzeugung nötige Reinheit hinaus angereichert.

Die USA wollen die Verhandlungen außerdem auf Themen wie das iranische Raketenprogramm ausweiten. Teheran lehnt das ab und will ausschließlich über Beschränkungen seines Atomprogramms im Gegenzug für eine Lockerung der Sanktionen sprechen.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner