Ein Revolutionsgericht in Teheran hat den 66-jährigen Filmemacher Jafar Panahi in Abwesenheit zu fünf Jahren und einem Monat Gefängnis verurteilt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Isna am Dienstag unter Berufung auf Panahis Anwalt Mostafa Nili. Neben der Haftstrafe und der Beschlagnahmung seines Vermögens sei auch ein zweijähriges Ausreiseverbot verhängt worden. Gründe für die Verurteilung nannte der Isna-Bericht nicht.
Die Verurteilung sei erst aufgefallen, als sein Mandant ihn in der vergangenen Woche über gesperrte Bankkonten informiert habe, sagte Anwalt Nili laut Isna. Ein Verhandlungstermin sei dem Regisseur nicht mitgeteilt worden. Gegen Panahi laufen nach Angaben seines Anwalts im Iran derzeit drei Verfahren.
Rückkehr in den Iran trotz laufender Verfahren
Panahi war in diesem Jahr trotz des Iran-Kriegs in sein Heimatland zurückgekehrt. Ob er derzeit im Iran lebt, ist unklar. Bereits im Juni hatte ein iranisches Gericht seine Berufung gegen eine einjährige Haftstrafe zurückgewiesen. Zu dieser Strafe war der Regisseur im vergangenen Dezember in Abwesenheit wegen „Propaganda gegen den Staat“ verurteilt worden.
Preisgekrönt in Cannes und Berlin
Im Mai 2025 war es Panahi zum ersten Mal seit 15 Jahren gelungen, persönlich beim Filmfestival in Cannes zu erscheinen. Dort gewann er die Goldene Palme für seinen Film „Ein einfacher Unfall“ und war zudem für den Oscar nominiert. 2015 war er bei der Berlinale für seinen Film „Taxi“ mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet worden.
Panahi saß in seinem Heimatland bereits mehrfach im Gefängnis – 2010 knapp drei Monate sowie 2022 und 2023 rund sieben Monate lang. Die iranischen Behörden hatten ihn zudem jahrelang mit einem Berufs- und Ausreiseverbot belegt. (mit AFP)
„Sie können uns die Grundrechte, aber nicht unsere Kreativität wegnehmen“
Berlinale-Gewinner Panahi im Gefängnis in Teheran
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