Urteil

Iran: Fünf Jahre Gefängnis für Oscar-nominierten Regisseur Jafar Panahi

Ein Revolutionsgericht in Teheran hat den iranischen Regisseur Panahi in Abwesenheit zu fünf Jahren Haft verurteilt. Auch sein Vermögen soll beschlagnahmt werden.

2 Min
Panahi bei der Berlinale im Februar 2026

Panahi bei der Berlinale im Februar 2026

© John MacDougall/AFP

Ein Revolutionsgericht in Teheran hat den 66-jährigen Filmemacher Jafar Panahi in Abwesenheit zu fünf Jahren und einem Monat Gefängnis verurteilt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Isna am Dienstag unter Berufung auf Panahis Anwalt Mostafa Nili. Neben der Haftstrafe und der Beschlagnahmung seines Vermögens sei auch ein zweijähriges Ausreiseverbot verhängt worden. Gründe für die Verurteilung nannte der Isna-Bericht nicht.

Die Verurteilung sei erst aufgefallen, als sein Mandant ihn in der vergangenen Woche über gesperrte Bankkonten informiert habe, sagte Anwalt Nili laut Isna. Ein Verhandlungstermin sei dem Regisseur nicht mitgeteilt worden. Gegen Panahi laufen nach Angaben seines Anwalts im Iran derzeit drei Verfahren.

Rückkehr in den Iran trotz laufender Verfahren

Panahi war in diesem Jahr trotz des Iran-Kriegs in sein Heimatland zurückgekehrt. Ob er derzeit im Iran lebt, ist unklar. Bereits im Juni hatte ein iranisches Gericht seine Berufung gegen eine einjährige Haftstrafe zurückgewiesen. Zu dieser Strafe war der Regisseur im vergangenen Dezember in Abwesenheit wegen „Propaganda gegen den Staat“ verurteilt worden.

Preisgekrönt in Cannes und Berlin

Im Mai 2025 war es Panahi zum ersten Mal seit 15 Jahren gelungen, persönlich beim Filmfestival in Cannes zu erscheinen. Dort gewann er die Goldene Palme für seinen Film „Ein einfacher Unfall“ und war zudem für den Oscar nominiert. 2015 war er bei der Berlinale für seinen Film „Taxi“ mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet worden.

Panahi saß in seinem Heimatland bereits mehrfach im Gefängnis – 2010 knapp drei Monate sowie 2022 und 2023 rund sieben Monate lang. Die iranischen Behörden hatten ihn zudem jahrelang mit einem Berufs- und Ausreiseverbot belegt. (mit AFP)

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner