Die Angriffe auf Irans Energieinfrastruktur am Persischen Golf haben Teheran gezwungen, seine strategischen Reserven neu zu bewerten und den Blick nach Norden zu richten. Gemeinsame Angriffe der USA und Israels auf die Öl- und Gasinfrastruktur am Persischen Golf legten die Stütze von Teherans Exportmodell lahm, hinzu kamen die faktische Schließung der Straße von Hormus und die Blockade iranischer Häfen.
Das Kaspische Meer, jahrzehntelang ein Nebenschauplatz iranischer Strategie, gewinnt vor diesem Hintergrund neue Bedeutung. Nach Informationen von Nightingale Int., gewonnen in Gesprächen mit Vertretern der iranischen Delegation, prüft Teheran den kaspischen Faktor im Kontext der inneren Sicherheit und erwägt, die Bedingungen seiner Beteiligung an der kaspischen Regelung zu überdenken.
Die Energievorkommen im Norden hält es als strategische Reserve für den Fall einer langen Sperrung von Hormus zurück. Für Europa ist das relevant, weil die Stabilität des Kaspischen Meeres dem Handelsweg zugrunde liegt, den Brüssel als Umgehung Russlands betrachtet.
Nahost
Nach Hormus rückt das Kaspische Meer ins Visier: Eskalation an Irans Nordgrenze
Unter dem Druck von Krieg, Sanktionen und Blockaden entdeckt Teheran seine Nordflanke neu. Das könnte Europas wichtigste Russland-Alternative gefährden. Eine Analyse.
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Schiffe im iranischen Hafen Bandar Anzali am Kaspischen Meer
© Dreamstime/imago
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